Infineon Aktie: BofA hebt Kursziel auf 108 Euro
Bank of America erhöht Kursziel für Infineon auf 108 Euro dank KI-Stromversorgung. Aktie zeigt trotz Rücksetzer starken Aufwärtstrend.

Kurz zusammengefasst
- BofA hebt Kursziel auf 108 Euro
- Broadcom-Ausblick löst Gewinnmitnahmen aus
- Infineon tritt NVIDIA-Ökosystem bei
- Preisanpassungen zum 1. Juli geplant
Starke KI-Fantasie, schwächerer Halbleitersektor: Bei Infineon prallen gerade zwei Kräfte aufeinander. Die Bank of America sieht deutlich mehr Potenzial im Geschäft mit Stromversorgung für KI-Rechenzentren. Der Markt nimmt nach der starken Rallye trotzdem Gewinne mit.
Am Donnerstag schloss die Aktie bei 85,46 Euro. Damit liegt sie noch klar im Aufwärtstrend, aber auch spürbar unter dem jüngsten Mehrjahreshoch.
Bank of America hebt die Messlatte
Die neue BofA-Analyse vom 4. Juni setzt ein klares Signal. Die Experten bleiben bei ihrer Kaufempfehlung und heben das Kursziel auf 108 Euro an. Der Grund liegt im Geschäft mit KI-Stromversorgung.
Bank of America erwartet dort nun deutlich höhere Erlöse. Für das Geschäftsjahr 2027 stehen 3,0 Milliarden Euro in der Schätzung. Ein Jahr später sollen es 4,5 Milliarden Euro werden.
Damit rückt ein Bereich stärker in den Mittelpunkt, der lange eher technisch klang. Moderne KI-Rechenzentren brauchen enorme Mengen Strom. Wer diese Leistung effizient steuert, sitzt näher am Kern des KI-Ausbaus als viele klassische Chipzulieferer.
Auch andere Häuser sind optimistischer geworden. Morgan Stanley nennt 91 Euro als Kursziel, die Deutsche Bank 90 Euro. BofA liegt damit deutlich darüber und traut Infineon die stärkere Neubewertung zu.
Broadcom drückt auf die Stimmung
Der Rücksetzer kam trotzdem nicht aus dem Nichts. Broadcom hatte mit seinem Ausblick zum KI-Geschäft die hohen Markterwartungen nicht voll getroffen. Das reichte, um im Halbleitersektor Gewinnmitnahmen auszulösen.
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Bei Infineon traf diese Branchenreaktion auf eine heiß gelaufene Aktie. Seit Jahresanfang steht ein Plus von 123,10 Prozent zu Buche. Der RSI liegt bei 76,6 und signalisiert eine überkaufte Lage.
Der Trend ist damit nicht gebrochen. Die Aktie notiert noch 49,10 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Kurz gesagt: Der Rücksetzer ist bislang eher eine Abkühlung als ein Trendbruch.
NVIDIA-Ökosystem stärkt die Story
Fundamental stützt auch die engere Anbindung an NVIDIA die KI-Erzählung. Infineon ist dem MGX-Ökosystem beigetreten. Ziel sind neue Stromversorgungsarchitekturen für KI-Server-Racks der nächsten Generation.
Dabei geht es um 750V- und 1200V-CoolSiC-JFET-Lösungen. Infineon will diese Technik auf der PCIM Europe in Nürnberg zeigen. Die Messe läuft vom 9. bis 11. Juni.
Die Logik dahinter ist einfach. Höhere Leistungsdichte und robuste Bauteile helfen Rechenzentren, mehr KI-Leistung auf engem Raum zu betreiben. Genau dort will Infineon seine Stärke bei Leistungshalbleitern ausspielen.
Hinzu kommt die Preisseite. Zum 1. Juli will der Konzern eine zweite Runde von Preisanpassungen umsetzen. Als Gründe nennt Infineon höhere Kosten für Energie und Rohstoffe sowie eine Nachfrage über den verfügbaren Kapazitäten.
Am 5. August folgen die Quartalszahlen. Bis dahin dürfte der Markt vor allem prüfen, ob die KI-Stromversorgung weiter genug Tempo zeigt, um die hohen Kursziele zu rechtfertigen. Die Bewertung steht nun klar unter höheren Erwartungen.
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