Infineon Aktie: KI-Umsatz verdoppelt sich
Infineons KI-Geschäft wächst deutlich, während der Konzern den Auftragsbestand als begrenzten Indikator für künftige Erlöse einordnet.
Kurz zusammengefasst
- KI-Erlöse steigen auf 1,6 Milliarden Dollar
- Auftragsbestand umfasst rund 30 Milliarden Euro
- Dresden erhält EU-Förderung von etwa einer Milliarde Euro
- Bangkok-Ausbau hängt von der Nachfrage ab
Infineon hat auf einer Investorenkonferenz eine klare Botschaft gesendet: Das Geschäft mit Chips für künstliche Intelligenz wächst rasant. Der Umsatz mit KI-Anwendungen liegt in diesem Geschäftsjahr bei rund 1,6 Milliarden Dollar, nach gut 700 Millionen im Vorjahr. Gleichzeitig dämpfte das Management die Euphorie rund um den prall gefüllten Auftragsbestand.
Stromversorgung für Rechenzentren als Treiber
Wachstumsmotor ist die Stromversorgung für KI-Chips und Grafikprozessoren in Rechenzentren. Dieses Segment wächst nach Unternehmensangaben am schnellsten. Infineon sieht sich bei Leistungshalbleitern und Mikrocontrollern jeweils als Weltmarktführer.
Als nächste große Chance nennt das Management „physische KI“, also Roboter und selbstfahrende Autos. Dafür braucht es Sensoren, Gate-Treiber und Leistungshalbleiter. Der Zukauf des Sensorgeschäfts von ams OSRAM, seit 1. Juli abgeschlossen, soll hier zusätzliche Bausteine liefern und den Zugang zum Medizinsektor öffnen.
Auftragsbestand ist keine Umsatzprognose
Der Auftragsbestand liegt bei rund 30 Milliarden Euro, etwa zwei Drittel davon sollen binnen zwölf Monaten umsatzwirksam werden. Allerdings warnt Infineon selbst vor einer direkten Gleichsetzung. Der Bestand kann Doppelbestellungen enthalten und Aufträge, die über die aktuellen Kapazitäten hinausgehen. Zudem bildet er nur den Stand zum Quartalsende ab.
Die Sichtbarkeit unterscheidet sich je Branche. Autokunden bestellen oft zwei bis drei Jahre im Voraus, bei KI-Aufträgen reicht der Horizont meist nur ein bis zwei Jahre.
Ein Blick auf die Margen stützt dennoch die Zuversicht. Im Kalenderjahr 2026 stieg die Marge von knapp unter 20 Prozent auf einen Bereich zwischen 20 und 25 Prozent. Das mittelfristige Ziel liegt bei rund 25 Prozent.
Neue Kapazitäten in Dresden und Bangkok
Mit der Smart Power Fab in Dresden und dem neuen Backend-Standort in Bangkok baut Infineon Produktionskapazitäten auf. Das Dresdner Werk erhielt eine EU-Förderung von etwa einer Milliarde Euro. Das Management ordnete das nüchtern ein: Die Förderung verringere eher einen Wettbewerbsnachteil, als dass sie einen Vorteil schaffe.
In Bangkok liegt die Anfangsinvestition bei gut 100 Millionen Euro. Je nach Nachfrage kann der Standort auf bis zu 1,4 Milliarden Euro ausgebaut werden. Thailand wurde auch wegen seiner geopolitischen Stabilität gewählt. Von den Zollsenkungen zwischen den USA und China erwartet Infineon nur moderate Effekte.
Parallel dazu zeigte das Unternehmen ein neues Siliziumkarbid-Modul mit 3.000 Watt, das bis 205 Grad Celsius arbeitet. Es zielt auf Wechselrichter von Elektroautos und auf Stromwandler in Rechenzentren. Das Management will sich bewusst auf anspruchsvolle Nischen konzentrieren und nicht auf das mittlere Leistungssegment.
Konkrete Zahlen für das Geschäftsjahr 2027 liefert Infineon am 10. November. Dann zeigt sich, wie weit der Konzern auf dem Weg zu seinem Zielmodell tatsächlich ist.
Stand heute, 1. Oktober: Infineon – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Infineon investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 1. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.