Infineon Aktie: Preise rauf, Insider raus

Infineon erhöht Preise in Teilbereichen, während Führungskräfte Aktien verkaufen. Analysten sehen die Aktie zwischen 61 und 100 Euro.

Dieter Jaworski ·
Infineon Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Preisanpassungen in ausgewählten Segmenten
  • Insider verkaufen Anteile bei Kursen über 80 Euro
  • Neue Smart Power Fab in Dresden eröffnet
  • Analystenziele zwischen 61 und 100 Euro

Der Halbleiterzyklus dreht sich – und Infineon zieht die Preise an. Ausgerechnet in dieser Phase trennen sich zwei Führungskräfte des Konzerns bereits den zweiten Monat in Folge von eigenen Aktien. Das passt nicht recht zusammen mit einem Unternehmen, das gerade vor Lieferengpässen warnt.

Finanzvorstand Sven Schneider erhöht in Teilbereichen die Preise für Halbleiter und schließt eine Rückkehr zur Kontingentierung nicht mehr aus. In bestimmten Segmenten könne es schnell wieder zur Allokation kommen, dann müsse knappe Ware zugeteilt werden und Kunden könnten ihre Lieferungen nicht mehr sicher planen. Noch zu Jahresbeginn lagen bei Infineon viele Fertigungsanlagen brach. Inzwischen läuft das Geschäft mit Leistungshalbleitern für Rechenzentren im Boom, seit Monaten kommt der Konzern hier nicht mehr gegen die Nachfrage an. Auch das Autogeschäft zieht wieder an.

Kapazität als Antwort auf den Boom

Infineon reagiert mit Investitionen statt nur mit höheren Preisen. Anfang Juli eröffnete der Konzern in Dresden seine neue „Smart Power Fab“ – nach eigenen Angaben die größte Einzelinvestition der Firmengeschichte mit rund fünf Milliarden Euro, drei Monate früher als geplant in Betrieb genommen. Die Fabrik soll die Fertigungskapazität am Standort verdoppeln und rund 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Parallel drängt Produktionsvorstand Alexander Gorski den Auftragsfertiger TSMC zu einem zweiten Dresdner Werk, dieses Mal mit modernsten Strukturgrößen von drei bis fünf Nanometern für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz – ein möglicher Schritt weg von der reinen Zulieferrolle für die Autoindustrie.

Insider verkaufen trotz Rekordlauf

Die Aktie markierte am 22. Juni bei 88,83 Euro ein Allzeithoch, fiel danach zeitweise unter 70 Euro zurück und notiert zuletzt bei 71,55 Euro. Genau in diesem Umfeld verkauften Aufsichtsrat Peter Gruber am 8. Juni und Vorstand Andreas Urschitz am 16. Juni Aktien zu Kursen von jeweils über 80 Euro. Damit zählt Infineon zu den wenigen Ausnahmen in einem Marktumfeld, in dem Insider branchenweit deutlich mehr kaufen als verkaufen.

An der Börse bleibt die Bewertung umstritten. Berenberg hob sein Kursziel Anfang Juli auf 100 Euro an, Jefferies sieht 96 Euro und die Deutsche Bank 90 Euro – alle drei empfehlen Kaufen. UBS bewertet die Aktie deutlich zurückhaltender mit einem Kursziel von 61 Euro und rät nur zu Neutral. Die Spanne zwischen 61 und 100 Euro zeigt, wie unterschiedlich der Markt einschätzt, wie viel vom erwarteten Nachfrageschub bereits im Kurs steckt.

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Infineon Aktie

62,02 EUR

– 0,48 EUR -0,77 %
KGV 76,68
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,55 %
Marktkapitalisierung 81,71 Mrd. EUR
ISIN: DE0006231004 WKN: 623100

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