Infineon Aktie: Rechenzentren-Angst übertrieben?
Bernstein hält die Marktreaktion auf die US-Zwischenwahlen für überzogen; JPMorgan belässt Infineon bei 96 Euro Kursziel.

Kurz zusammengefasst
- Infineon-Aktie legte um 1,8 Prozent zu
- Bernstein bewertet Wahlreaktion als überzogen
- JPMorgan hält an 96 Euro Kursziel fest
- Villach-Investition von über einer Milliarde Euro angekündigt
Bernstein Research hat gestern die Marktreaktion auf die US-Zwischenwahlen als überzogen eingeschätzt, nachdem auch Infineon unter Druck geraten war. Die Analysten erwarteten, dass die neuen US-Amtsträger ihren Widerstand gegen KI-Rechenzentren abschwächen. Die Infineon-Aktie erholte sich gestern um 1,8%.
Medienberichten zufolge hatte die Sorge vor einer demokratischen Mehrheit am Donnerstag KI- und Halbleiterwerte belastet. Anleger befürchteten, dass die politischen Veränderungen den Ausbau von KI-Rechenzentren bremsen könnten. Bernstein bezeichnete den branchenweiten Druck gestern als „blauen Tsunami“, teilte aber die daraus entstandenen Befürchtungen nicht.
JPMorgan bestätigt positive Einstufung
JPMorgan bestätigte Infineon am Mittwoch mit „Overweight“ und einem Kursziel von 96 Euro, wie Medien berichteten. Das Analysehaus änderte damit weder seine Einstufung noch das Kursziel.
Infineon hat zudem OptiMOS-7-MOSFETs für die Stromwandlung in KI-Servern und Telekommunikationsanwendungen auf den Markt gebracht. Damit adressiert das Unternehmen Anwendungen in einem Bereich, dessen weiterer Ausbau die Anleger nach den US-Zwischenwahlen beschäftigte.
Ausbau der Fertigung in Villach
Am 27. Oktober kündigte Infineon eine Investition von mehr als einer Milliarde Euro in den Standort Villach an. Das Unternehmen will damit sein Geschäft mit Galliumnitrid-Leistungshalbleitern ausbauen.
Ebenfalls am 27. Oktober kündigte Infineon in Europa eine Hochvolumenfertigung solcher Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern an. Die Europäische Kommission genehmigte Österreich an diesem Tag eine staatliche Beihilfe von 319 Millionen Euro. Sie dient der Modernisierung der bestehenden Infineon-Fertigungsstätte in Villach.
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