Infineon Aktie: Smart Power Fab läuft früher

Infineon stockt das Fertigungsbudget auf 2,7 Milliarden Euro auf, während die Aktie trotz KI-Wachstum und Zukäufen deutlich nachgibt.

Andreas Sommer ·
Moderne Halbleiter-Fertigungsanlage mit Fokus auf Hochtechnologie und industrielle Präzision. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Investitionsziel um 500 Millionen Euro erhöht
  • Dresdner Smart Power Fab eröffnet
  • KI-Power-Nachfrage übertrifft verfügbares Angebot
  • Aktie verliert binnen 30 Tagen 14 Prozent

Infineon investiert kräftig in seine Fertigungskapazitäten, während die Aktie seit Monaten unter Verkaufsdruck steht. Der Chiphersteller hat seine Investitionsprognose für das laufende Geschäftsjahr um 500 Millionen Euro auf 2,7 Milliarden Euro angehoben – mit klarem Schwerpunkt auf den Kapazitätsausbau am Standort Dresden.

Smart Power Fab als Rückgrat der KI-Strategie

Die im Juli eröffnete Smart Power Fab in Dresden bildet das Zentrum dieser Ausbaupläne. Mit einem Investitionsvolumen von 5 Milliarden Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte.

Die Fabrik, die auf 300-Millimeter-Wafer setzt, ging nach Unternehmensangaben mehrere Monate früher als geplant in Betrieb. Bei voller Auslastung sollen dort bis zu 1.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen sowie zusätzliche Jahresumsätze von bis zu 5 Milliarden Euro möglich werden.

Der Ausbau fällt in eine Phase, in der Infineon sein Geschäft mit Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren stark ausweitet. Beim Analystencall zu den Zahlen für das dritte Geschäftsquartal berichtete das Unternehmen, dass die Nachfrage nach seinen AI-Power-Lösungen das verfügbare Angebot übersteige.

Für das laufende Geschäftsjahr strebt Infineon dediziert mehr als 1,6 Milliarden Euro Umsatz mit AI-Power-Produkten an, das gesamte AI-Rechenzentrumsgeschäft soll sich Medienberichten zufolge von rund 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf etwa 2,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr steigern.

Guidance-Anhebung liegt Monate zurück – Kurs hat seither deutlich nachgegeben

Bereits im Mai hatte Infineon seine Jahresprognose angehoben, im August bestätigte das Unternehmen mit den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal den Wachstumskurs: Der Umsatz stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres um 9 Prozent auf 4,172 Milliarden Euro, getrieben von KI, Automotive-Geschäft und Zukäufen.

Für das vierte Quartal erwartet Infineon rund 4,7 Milliarden Euro Umsatz, für das gesamte Geschäftsjahr peilt der Konzern etwa 16,3 Milliarden Euro an – ein Plus von rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Trotz dieser soliden operativen Entwicklung hat die Aktie in den vergangenen 30 Tagen rund 14 Prozent verloren. Aktuell notiert das Papier bei 56,11 Euro und damit rund 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 89,67 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde.

Der Titel liegt zugleich rund 13 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, was auf einen mittelfristig angeschlagenen Trend hindeutet – auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Plus von 75 Prozent zu Buche.

Zukäufe ergänzen organisches Wachstum

Parallel zum Kapazitätsausbau treibt Infineon seine Expansion im KI-Umfeld über Akquisitionen voran. Am Montag vereinbarte der Konzern die Übernahme von C2i Semiconductors mit Sitz in Bangalore, einem Spezialisten für softwaredefinierte Mehrphasen-Controller und smarte Power Stages für KI-Rechenzentren.

Die Technologie soll das bestehende Leistungshalbleiter-Portfolio ergänzen und intelligente Stromversorgungsarchitekturen vom Netz bis zum Prozessorkern ermöglichen. Der Abschluss der Transaktion wird im dritten Kalenderquartal 2026 erwartet, zugleich stärkt der Deal Infineons Entwicklungskapazitäten in Indien.

Auf der Personalseite hat der Aufsichtsrat mit Alexander Gorski einen neuen Verantwortlichen für die Bereiche Fertigung, Einkauf, Supply Chain und Qualitätsmanagement bestellt. Gorski leitete zuvor den Frontend-Bereich des Unternehmens.

Die nächste Gewinnmitteilung ist für den 10. November 2026 terminiert – dann dürfte sich zeigen, ob die milliardenschweren Investitionen in Dresden und die Zukäufe im KI-Segment das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen können.

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Infineon Aktie

56,90 EUR

+ 1,23 EUR +2,21 %
KGV 69,18
KUV 4,74
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,63 %
Marktkapitalisierung 74,88 Mrd. EUR
Ø Kursziel 87,32 EUR
ISIN: DE0006231004 WKN: 623100

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