Infineon: Dresden Fab kostet fünf Milliarden Euro
Infineon-Aktie eilt von Hoch zu Hoch, doch Analysten warnen vor überhöhter Bewertung und Abhängigkeit vom chinesischen Markt.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von fast 38 Prozent seit Jahresbeginn
- Kursziel von Jefferies bereits übertroffen
- Preiserhöhungen für Power-Komponenten angekündigt
- Neue Konkurrenz durch geplante Fusion in Asien
Fast 38 Prozent Kursplus seit Jahresbeginn — Infineon ist derzeit die zweitbeste DAX-Aktie hinter Siemens Energy. Jetzt kommt der erste echte Test.
Kursziel bereits überholt
Jefferies hält die Aktie auf „Buy“ mit einem Kursziel von 52 Euro. Das Problem: Der Kurs handelt bereits darüber. Bei 52,82 Euro notiert Infineon heute rund zwei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 54,11 Euro, das erst vergangene Woche markiert wurde.
Analyst Janardan Menon begründet sein konstruktives Bild mit Infineons Führungsrolle bei Mikrocontrollern für softwaredefinierte Fahrzeuge. Starke Ausblicke von Texas Instruments und Signale von STMicroelectronics für das zweite Quartal gaben der gesamten Branche Rückenwind.
Preiserhöhungen noch nicht eingepreist
Ein wenig beachteter Faktor stützt die Erwartungen zusätzlich. Zum 1. April erhöhte Infineon die Preise für Power-Switches und Power-ICs — rückwirkend auch für bestehende Auftragsbestände. Als Begründung nannte das Unternehmen gestiegene Fertigungskosten und Engpässe durch den KI-Infrastrukturausbau.
Das Pikante: Die laufenden Prognosen bilden diese verbesserte Preissituation noch nicht ab. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 lieferte Infineon bereits am oberen Ende der eigenen Zielspanne — 3,66 Milliarden Euro Umsatz bei einer Segmentergebnis-Marge von 17,9 Prozent. Für das zweite Quartal peilt das Management rund 3,8 Milliarden Euro an.
Parallel dazu treibt Infineon den Kapazitätsausbau voran. Die neue Smart Power Fab in Dresden soll im Sommer eröffnen. Mit einem Gesamtvolumen von rund fünf Milliarden Euro ist es das größte Investitionsprojekt der Unternehmensgeschichte — rund eine Milliarde davon trägt der Staat.
Bewertung und Risiken
Die starke Kursperformance hat ihren Preis. Das KGV für 2026 liegt bei 39,3 — deutlich über dem Zehnjahres-Durchschnitt von 33,4 und fast doppelt so hoch wie der Branchenmedian. Dieses Premium setzt voraus, dass die Wachstumsversprechen eingelöst werden.
Auf der Risikoseite steht die Abhängigkeit vom chinesischen Markt. Rund 43 Prozent des Automotive-Umsatzes entfallen auf China. UBS prognostiziert dort einen Umsatzrückgang von 7 Prozent für 2026 und 2027. Hinzu kommt neuer Wettbewerb: Rohm, Toshiba und Mitsubishi Electric unterzeichneten Ende März eine Absichtserklärung zur möglichen Fusion ihrer Leistungshalbleiter-Sparten — mit dem erklärten Ziel, Infineon im Siliziumkarbid-Markt anzugreifen.
Die Q2-Zahlen im Mai werden zeigen, ob das operative Fundament mit der Kursdynamik mithalten kann. Besonders im Blick: die Margenentwicklung und konkrete Aussagen zur Preisdurchsetzung bei KI-Komponenten. Beim KI-Umsatz hat das Management klare Ziele formuliert — 1,5 Milliarden Euro für 2026, 2,5 Milliarden für 2027.
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