Intel Aktie: 11 Milliarden Dollar Quartalsverlust
Intel verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 11 Milliarden Dollar trotz 25 Prozent Umsatzwachstum. Die hohen Investitionen in die Foundry-Sparte belasten die Aktie deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 25 Prozent
- Nettoverlust von 11 Milliarden Dollar
- Foundry-Sparte mit 2,1 Milliarden Verlust
- Kurs fällt unter 100-Tage-Linie
Intel hat eine turbulente Woche hinter sich. Der Kurs schließt am Freitag bei 78,42 Euro, ein Minus von 0,78 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 3,45 Prozent, auf Monatssicht sind es fast 30 Prozent. Für mich zeigt das ein Grundproblem: Der Markt kann die beeindruckenden Umsatzzahlen des Chipherstellers nicht mit den gigantischen Kosten seiner Fertigungsstrategie in Einklang bringen.
Starkes Wachstum, brutaler Verlust
Die Zahlen fürs zweite Quartal 2026 klingen zunächst nach Aufbruch. Intel meldet 16,1 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 25 Prozent zum Vorjahr. Das ist die Art von Wachstum, die man sich für einen Turnaround-Kandidaten wünscht.
Aber unter der Oberfläche brodelt es. Intel hat seine Kapitalausgaben-Prognose für 2026 auf über 20 Milliarden Dollar angehoben. Für 2027 kündigt das Management „deutlich höhere“ Ausgaben an. Diese aggressive Investitionsstrategie hat einen Preis: Ein GAAP-Nettoverlust von 11 Milliarden Dollar allein in diesem Quartal.
Das ist kein kleiner Ausrutscher. Das ist eine Wette, die richtig teuer wird, bevor sie sich auszahlt.
Die Foundry-Sparte bleibt der wunde Punkt
Der eigentliche Knackpunkt liegt in Intels Foundry-Segment. Die Sparte verbucht im zweiten Quartal einen operativen Verlust von 2,1 Milliarden Dollar. Sie sucht weiterhin nach Ankerkunden, die ihre Kapazitäten füllen.
Es gibt Bewegung: Berichten zufolge verhandelt Intel mit einem südkoreanischen Speicherchip-Hersteller über eine Partnerschaft. Das Ziel ist die 28 Milliarden Dollar teure Anlage in New Albany. Apple ist bereits als Kunde bestätigt. Aber ein Großkunde reicht nicht, um eine Investition dieser Größenordnung zu rechtfertigen.
Solange Intel keine weiteren Hochvolumen-Partner gewinnt, bleibt der Ausdruck „Foundry Burn“ berechtigt. Das Geld verbrennt schneller, als neue Kunden es kompensieren können.
Charttechnik zeigt Erschöpfung
Die technische Lage spiegelt diese Investorenmüdigkeit exakt wider. Intel notiert 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom 30. Juni und liegt gut 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 98,65 Euro – ein deutliches Warnsignal für die kurzfristige Dynamik.
Der RSI von 39,2 nähert sich überverkauftem Terrain, ohne bereits einen klaren Boden zu markieren. Am Freitag durchbricht der Kurs zudem den 100-Tage-Durchschnitt bei 81,52 Euro nach unten.
Trotzdem: Die Aktie liegt noch immer 33,8 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Der langfristige Aufwärtstrend seit dem Tief vom August 2025 ist also nicht komplett zerstört, auch wenn die jüngste Korrektur schmerzt.
Mein Fazit: Chance mit Geduld-Test
Es gibt handfeste Gründe für langfristigen Optimismus. Intel dreht bei der operativen Marge ins Positive – 7,6 Prozent auf Zwölf-Monats-Basis, verglichen mit minus 8,3 Prozent im Vorjahr. Das ist eine echte strukturelle Verbesserung, kein Zufallsprodukt.
Der Analysten-Konsens sieht zudem noch 28,1 Prozent Kurspotenzial gegenüber dem Freitagsschluss. Die Wall Street glaubt also weiterhin an die langfristige Roadmap.
Für mich überwiegen die Chancen nur dann nachhaltig, wenn Intel seinen 18A-Fertigungsprozess erfolgreich in externe Großserienproduktion überführt. Bis das Unternehmen beweist, dass es die Foundry-Verluste eindämmen und mehr externe Kunden gewinnen kann, bleibt der Kurs unter Druck. Der aktuelle Abschlag zum Jahreshoch ist ein klassisches Hochrisiko-Szenario mit entsprechender Chance – und die hohe Volatilität von über 78 Prozent wird die Geduld jedes Anlegers auf die Probe stellen.
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