Intel Aktie: 15–20 Millionen Chips für Apple ab 2027
Intel gewinnt Apple als Fertigungskunden für Mac-Chips, während die US-Regierung rund 10 Prozent der Anteile hält. Analysten sehen Kursfantasie, warnen aber vor hohen Erwartungen.

Kurz zusammengefasst
- Apple-Fertigungsauftrag für Mac-Chips ab 2027
- US-Regierung hält rund zehn Prozent der Anteile
- Umsatz im ersten Quartal über den Erwartungen
- Foundry-Sparte reduziert operative Verluste
Intel erlebt eine Neubewertung, die vor Monaten kaum jemand erwartet hätte. Der mögliche Fertigungsauftrag von Apple trifft auf eine ungewöhnliche Aktionärsstruktur: Die US-Regierung hält inzwischen rund 10 Prozent. Aus einem klassischen Chipwert wird damit auch ein industriepolitisches Projekt.
An der Börse ist die Aktie heiß gelaufen. Am Montag schloss sie bei 109,84 Euro auf einem neuen Hoch, heute fällt sie auf 106,86 Euro zurück. Seit Jahresanfang steht dennoch ein Plus von rund 218 Prozent zu Buche.
Apple als Prüfstein für Intel
Berichten zufolge haben Intel und Apple eine vorläufige Vereinbarung erreicht. Intel soll Apples M-Chips für Macs im 18A-P-Prozess in Arizona fertigen. Der Start ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Das Volumen soll bei 15 bis 20 Millionen Chips pro Jahr liegen. Für Intel wäre das mehr als ein Prestigeauftrag. Apple würde die Fertigungsqualität des Konzerns einem harten Praxistest unterziehen.
Die US-Regierung spielte bei der Anbahnung eine zentrale Rolle. Sie will mehr Chipfertigung ins eigene Land holen. Dazu wandelte sie rund 9 Milliarden Dollar an CHIPS-Act-Mitteln in Intel-Aktien.
Zahlen stützen den Stimmungswechsel
Die operative Lage passt zur Kursstory. Im ersten Quartal erzielte Intel einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten nur 12,4 Milliarden Dollar erwartet.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,29 Dollar. Das Geschäft mit Rechenzentren und KI wuchs um 22 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Konzernchef Lip-Bu Tan sprach von „beispielloser“ Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Genau dort muss Intel zeigen, dass es nicht nur aufholt. Der Konzern will Aufträge gewinnen, die bislang fast automatisch bei TSMC landeten. Das ist der Kern der Foundry-Story.
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Die Foundry-Sparte schreibt weiter rote Zahlen. Der operative Verlust lag bei 2,4 Milliarden Dollar, verbesserte sich aber sequenziell um 72 Millionen Dollar. Kein Durchbruch, aber ein wichtiges Signal.
Partner helfen, Zweifel bleiben
Intel sammelt Partner, die der Auftragsfertigung Glaubwürdigkeit geben sollen. Nvidia investierte 5 Milliarden Dollar in Intel Foundry. Beide Unternehmen arbeiten Berichten zufolge an einem Verbraucherprodukt mit dem Codenamen „Serpent Lake“.
SK Hynix testet Intels EMIB-Packaging für HBM-Speicher. Das könnte eine Alternative zu TSMCs CoWoS-Technik werden, deren Kapazitäten stark ausgelastet sind. Für Intel zählt hier jede Referenz.
Auch in Europa investiert der Konzern weiter. Für 14,2 Milliarden Dollar kaufte Intel eine wichtige Fabrik in Irland zurück. Der nächste große Fertigungsschritt bleibt Teil der Langfriststrategie.
Die Bewertung läuft den Analysten inzwischen davon. Bank of America erhöhte das Kursziel von 56 auf 96 Dollar, bleibt aber bei „Underperform“. Die Bank warnt, dass viel Hoffnung auf Apple bereits im Kurs stecken könnte.
Als Messlatte nennt BofA potenziell 10 Milliarden Dollar Jahresumsatz bis 2030. HSBC ist optimistischer und nennt 95 Dollar als Kursziel. Der Konsens liegt mit 75,64 Dollar deutlich darunter.
Ein weiterer Punkt bleibt heikel: Apple könnte Mac-Chips verlagern, ohne die großen iPhone-Volumina anzufassen. Skeptiker rechnen damit, dass TSMC bei modernsten Chips rund 70 Prozent Marktanteil hält.
Der nächste Prüfstein ist nicht der heutige Rücksetzer. Intel muss den 18A-P-Prozess rechtzeitig für Apple qualifizieren und die Foundry-Verluste weiter senken. Bis zum geplanten Produktionsstart in der zweiten Jahreshälfte 2027 hängt die Bewertung stark an genau dieser Umsetzung.
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