Intel Aktie: 23. Juli bringt Quartalsprüfung
Intel-Aktie erholt sich teilweise von Wochenverlusten. Analysten bleiben trotz roter Zahlen optimistisch. Der Quartalsbericht am 23. Juli wird richtungsweisend.

Kurz zusammengefasst
- Wochenminus von 3,43 Prozent trotz Freitagsrally
- Ausverkauf durch Branchenentwicklung ausgelöst
- Analysten heben Kursziel für Intel an
- Quartalszahlen am 23. Juli als wichtiger Test
Intel-Aktionäre haben eine Woche voller Extreme hinter sich. Am Freitag sprang die Aktie um 3,49 Prozent nach oben und schloss bei 109,10 Euro. Trotz des Sprungs bleibt unter dem Strich ein Minus von 3,43 Prozent für die vergangenen sieben Tage.
Ausverkauf zum Monatsstart
Der Juli begann für Intel mit heftigem Verkaufsdruck. Am 1. Juli brach die Aktie deutlich ein, ausgelöst durch einen breiten Rückzug aus Halbleiterwerten. Ein Problem bei Intel selbst gab es dafür nicht.
Ironischerweise fiel der Kurseinbruch just in die Woche einer Grundsteinlegung in Santa Clara, Kalifornien. Dort will Intel seine Fertigungskapazitäten für Halbleiter ausbauen. Der Markt honorierte das nicht.
Zusätzlichen Druck brachte ein Bericht über neue Wettbewerbssorgen rund um AMDs Chip-Entwicklung. Dazu kam Nervosität in der gesamten Branche, ausgelöst durch Meldungen zu Anthropics KI-Chip-Plänen. Kurzzeitig kursierten zudem Gerüchte über eine mögliche neue Regierungsbeteiligung an KI-Firmen — ein Thema, das in den USA seit der Umwandlung von CHIPS-Act-Fördergeldern in eine Intel-Beteiligung besondere Aufmerksamkeit genießt. Diese Beteiligung Washingtons hat seither deutlich an Wert gewonnen.
Analysten bleiben trotz Schwankungen optimistisch
Während der Kurs wild schwankte, wurde die Stimmung an der Wall Street eher zuversichtlicher. HSBC hob das Kursziel für Intel an und verwies dabei auf das Foundry-Geschäft. Andere Analysten folgten im Vorfeld der jüngsten Rally mit ähnlichen Einschätzungen.
Diese Rally hatte zuvor gewaltige Ausmaße angenommen. Micron Technology, AMD und Intel legten im zweiten Quartal 2026 gemeinsam massiv zu. Für Intel gilt der diesjährige Kursverlauf als eine der spektakulärsten Wenden unter Large-Cap-Werten: Zu Jahresbeginn preiste der Markt noch einen langsamen Niedergang ein. Bis Ende Juni hatte sich das Bild komplett gedreht — jetzt setzt der Markt auf eine erfolgreiche Transformation.
Diese Neubewertung hat ihren Preis. Die Aktie ist inzwischen ambitioniert bewertet. Der Markt preist nicht nur den Turnaround ein, sondern auch jahrelanges schnelles Wachstum — und das, obwohl Intel weiterhin rote Zahlen schreibt.
Der nächste Test kommt am 23. Juli
Am 23. Juli legt Intel die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Nach der schnellen Neubewertung der Aktie steigt der Erwartungsdruck für jeden künftigen Quartalsbericht. Der Termin wird zum Prüfstein dafür, ob die Foundry-Ambitionen und die KI-Nachfrage die aktuelle Bewertung tatsächlich rechtfertigen.
Die Fundamentaldaten zeigen bislang nur schrittweise Fortschritte. Im ersten Quartal 2026 erzielte Intel einen Umsatz von 13,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist eine Verbesserung gegenüber dem nahezu stagnierenden Umsatz des Gesamtjahres 2025.
Beim Gewinn sieht es anders aus. Der GAAP-Nettoverlust weitete sich im ersten Quartal 2026 auf 3,7 Milliarden Dollar aus — deutlich mehr als der Verlust von 267 Millionen Dollar für das gesamte Jahr 2025. Dieser Wert wiederum war bereits eine massive Verbesserung gegenüber dem Verlust von 18,76 Milliarden Dollar im Jahr 2024.
Der Erholungssprung vom Freitag hat den Ausverkauf zu Wochenbeginn nur teilweise ausgeglichen. Die Aktie notiert weiterhin klar über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 100,42 Euro, liegt aber rund 12 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 124,58 Euro vom 30. Juni. Mit einer annualisierten Volatilität von knapp 89 Prozent bleibt der Titel hochsensibel für Branchennachrichten und Stimmungswechsel bei Analysten — bis zum Quartalsbericht am 23. Juli dürfte sich daran wenig ändern.
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