Intel Aktie: Alltag der Enttäuschungen?
Intel steht vor einem paradoxen Quartal: Rekordnachfrage bei Server-CPUs, aber Milliardenverluste im Foundry-Geschäft belasten die Bilanz.

Kurz zusammengefasst
- Server-CPUs bis Jahresende ausverkauft
- Foundry-Sparte mit Milliardenverlusten
- Amazon als Kunde für 18A-Chips
- Aktie trotz Euphorie unter Kursziel
Intel präsentiert heute nach US-Börsenschluss seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 — und der Markt ist nervös. Die Aktie hat sich in zwölf Monaten mehr als verdreifacht, notiert knapp unter ihrem Mehrjahreshoch, und die Optionsmärkte preisen eine Bewegung von rund zehn Prozent in beide Richtungen ein. Der Grund: Selten lagen Stärke und Schwäche eines Unternehmens so nah beieinander wie bei Intel gerade.
Was der Markt erwartet
Der Analystenkonsens rechnet mit einem Umsatz von 12,36 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von gerade einmal 0,01 Dollar. Im Vorjahresquartal standen noch 12,67 Milliarden Dollar Umsatz und 0,13 Dollar EPS in den Büchern. Ein Rückgang also — aber kein überraschender. Interne Lieferengpässe bremsen das Geschäft mit PC-Prozessoren, während Intel verfügbare Kapazitäten bevorzugt für den Servermarkt reserviert. Das Foundry-Segment soll dagegen im Quartalsvergleich zweistellig zulegen, getrieben durch den Umstieg auf EUV-Wafer und die neue 18A-Prozesstechnologie.
Server-CPUs: Ausverkauft bis Jahresende
Das stärkste Argument der Bullen ist die Lage im Servermarkt. Laut Daten von KeyBanc sind die Kapazitäten von Intel und AMD für 2026 praktisch ausgebucht — Lieferzeiten für bestimmte Hochleistungsprozessoren erstrecken sich auf sechs Monate, Preisangebote sind im Jahresverlauf um rund zehn Prozent gestiegen. Hintergrund: Große Cloud-Anbieter bauen ihre Rechenzentren massiv aus, um KI-Workloads zu stemmen.
HSBC erwartet für 2026 rund 20 Prozent mehr Serverlieferungen bei gleichzeitig 20 Prozent höheren Durchschnittspreisen. Die Schätzungen der Bank für Intels Datacenter-Segment liegen damit 16 Prozent über dem breiten Analystenkonsens — für 2027 sogar 33 Prozent darüber.
Foundry bleibt ein Milliardenloch
Auf der anderen Seite steht das Foundry-Geschäft. Allein im vierten Quartal 2025 verbuchte Intel Foundry einen operativen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar — rund 188 Millionen Dollar mehr als im Vorquartal. Auf Jahresbasis summieren sich die Verluste auf rund zehn Milliarden Dollar. CFO David Zinsner hat eingeräumt, dass aktuelle Fertigungsausbeuten zwar Liefervolumina stützen, aber keine normalen Margen erlauben. Ziel sei es, bis Ende 2026 auf Zielkostenniveau zu kommen und 2027 Branchendurchschnitt zu erreichen.
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Amazon hat bereits einen milliardenschweren Mehrjahresvertrag für die Fertigung von KI-Chips auf Basis des 18A-Prozesses unterzeichnet. Ob Intel heute weitere externe Foundry-Kunden benennen kann, dürfte einer der meistbeachteten Punkte der Telefonkonferenz werden.
Geschichte warnt vor Euphorie
RBC-Analyst Srini Pajjuri hält an seiner Neutral-Einschätzung mit einem Kursziel von 48 Dollar fest. Er erwartet zwar einen leichten Schlag über die Konsenserwartungen, warnt aber: Die Bewertung spiegele bereits erheblichen Optimismus wider, und Fortschritte bei neueren Prozessen wie 14A könnten noch Zeit brauchen, bis sie sich im Umsatz niederschlagen.
Ein Blick zurück zeigt, warum Vorsicht angebracht ist. Im vierten Quartal schlug Intel die EPS-Erwartungen um 275 Prozent — und verlor in den zwei folgenden Handelstagen 22 Prozent, weil der Ausblick enttäuschte. Die Aktie notiert aktuell bei rund 56,60 Euro, knapp drei Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, mit einem Plus von 68 Prozent seit Jahresbeginn. Der durchschnittliche Analystenkursziel über 33 Beobachter liegt bei 52,26 Dollar — also unter dem aktuellen Kurs. Entscheidend wird heute nicht das Ergebnis selbst sein, sondern was Intel über Lieferentlastung ab Q2 und den Fortschritt bei 18A-Ausbeuten zu sagen hat.
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