Intel Aktie: Eine Million Wafer mit High-NA-EUV
Intel meldet Fortschritte bei High-NA-EUV, schließt eine Kapitalerhöhung über 23 Milliarden US-Dollar ab und hebt das Kursziel auf 120 US-Dollar.
Kurz zusammengefasst
- Mehr als eine Million Wafer belichtet
- Panther Lake nutzt High-NA-Technologie
- Kapitalerhöhung bringt 23 Milliarden US-Dollar
- Northland stuft Intel auf Outperform hoch
Intel treibt seine technologische Neuausrichtung mit massiven Investitionen und einem strategischen Fokus auf modernste Fertigungsverfahren voran. Am heutigen Dienstag wurde bekannt, dass die Foundry-Sparte des Konzerns als erster Akteur der Branche mehr als eine Million Wafer mit der fortschrittlichen High-NA-EUV-Lithografie (High Numerical Aperture Extreme Ultraviolet) belichtet hat. Damit liegt das Unternehmen beim Einsatz dieser Schlüsseltechnologie für künftige Chipgenerationen vor der versammelten Konkurrenz.
Führung bei High-NA-EUV und Panther Lake
Der erreichte Produktionsmeilenstein bei der Verarbeitung von 300-mm-Wafern unterstreicht Intels Ambitionen, mit dem 18A-Prozess die Marktführerschaft zurückzugewinnen.
Die High-NA-Technologie kommt bereits für eine Teilmenge der kommenden Prozessorgeneration Core Ultra Series 3, bekannt unter dem Codenamen Panther Lake, zum Einsatz. Laut Angaben von ASML und Intel entsprechen die erzielten Ergebnisse bei Durchsatz und Verfügbarkeit den Erwartungen.
Um die Effizienz in der Massenfertigung weiter zu steigern, vertieft Intel die Partnerschaft mit dem niederländischen Ausrüster ASML. Gemeinsam arbeiten die Unternehmen an der Entwicklung größerer Photomasken im Format von 6×12 Zoll. Diese sollen es ermöglichen, die für Künstliche Intelligenz benötigten großflächigen Chips kostengünstiger und schneller zu produzieren.
Während Wettbewerber wie TSMC den Einsatz dieser Technologie in der Massenproduktion erst für das Jahr 2030 planen, nutzt Intel die gewonnenen Daten aus den Standorten in Oregon bereits heute zur Optimierung seiner Fertigungsabläufe.
Strategische Preiserhöhungen und Kapitalmaßnahmen
Parallel zum technologischen Fortschritt setzt Intel auf eine strikte Verbesserung der Profitabilität. Berichten zufolge plant das Unternehmen, die Preise für PC-Prozessoren zum 5. Oktober um weitere 10 % anzuheben. Dies wäre bereits der dritte Aufschlag seit Ende 2025. CEO Lip-Bu Tan fokussiert sich dabei konsequent auf margenstarke Produkte, während weniger profitable Segmente wie die „Small Core“-Prozessoren oder Embedded-Lösungen im Rahmen einer Portfoliobereinigung gestrichen werden könnten.
Zur Finanzierung der ehrgeizigen Roadmap, die neben den Knoten 14A und 18A auch den Ausbau der Foundry-Kapazitäten umfasst, hat Intel gestern eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Das Unternehmen nahm dabei rund 23 Milliarden US-Dollar über die Ausgabe neuer Aktien ein.
Mit diesem Schritt will der Konzern Liquiditätsrisiken bis zum Geschäftsjahr 2028 ausschließen, auch wenn der freie Cashflow kurzfristig negativ bleiben dürfte. Die Aktie legte heute um 2,9 % zu.
Analysten sehen Fortschritte beim Turnaround
An der Börse wird die Entwicklung zunehmend positiv gewertet. Die Analysten von Northland Securities haben Intel heute von „Market Perform“ auf „Outperform“ hochgestuft und ein Kursziel von 120 US-Dollar ausgegeben.
Zur Begründung verwiesen sie auf materielle Fortschritte beim Turnaround sowie eine vorteilhafte Partnerschaft mit Akteuren wie SpaceX und Tesla im Foundry-Bereich. Auch die Knappheit bei Server-CPUs spiele dem Unternehmen in die Karten.
Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 174 %. Neben den operativen Fortschritten sorgt auch die Beteiligung der US-Regierung für Stabilität. Diese hält seit August 2025 ein Paket von 433,3 Millionen Aktien, das bei einem Kaufpreis von 20,47 US-Dollar je Anteil bereits massive unrealisierte Gewinne aufweist.
Mit dem aktuellen Kurs notiert der Wert rund 32 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Für das laufende dritte Quartal erwartet Intel einen Umsatz zwischen 15,8 und 16,8 Milliarden US-Dollar.
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