Die US-Regierung hat Intel in die Zange genommen. Mit einem milliardenschweren Aktienpaket und einer speziellen Option stellt Washington sicher, dass der Chip-Riese sein defizitäres Foundry-Geschäft nicht mehr loswird. Für Anleger bedeutet das: Die strategische Flexibilität ist dahin – jetzt zählt nur noch die harte Umsetzung.
Machtpoker um Chip-Souveränität
CFO David Zinsner lieferte bei einer Investorenkonferenz die entscheidenden Details zum Deal, der die US-Regierung zum größten Einzelaktionär Intels macht. Aus 8,9 Milliarden Dollar CHIPS-Act-Fördergeldern wird ein fast 10-prozentiger Anteil am Unternehmen. Die erste Tranche von 5,7 Milliarden floss bereits diese Woche.
Der Knackpunkt: Eine Warrant-Klausel erlaubt der Regierung, bei einem Anteilsrückgang unter 51 Prozent an der Foundry-Sparte weitere 5 Prozent der Intel-Aktien zum Festpreis von 20 Dollar zu kaufen. Zinsner betonte zwar, man rechne nicht mit diesem Szenario und die Option werde „wertlos verfallen“. Doch die Botschaft ist klar: Ein Verkauf oder Spin-off der umkämpften Chipfertigung ist damit politisch unmöglich gemacht.
Zwangsverwaltung statt Shareholder-Value
Das Eingreifen Washingtons kommt nicht von ungefähr. Die Foundry-Sparte verbuchte im letzten Jahr einen atemberaubenden Verlust von 13 Milliarden Dollar und kann mit Branchenprimus TSMC nicht mithalten. Nach der Entlassung von Ex-CEO Pat Gelsinger im Dezember 2024 – dem Architekten der umstrittenen Foundry-Strategie – waren die Rufe nach einem Verkauf lauter geworden.
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Jetzt findet ein Machtkampf zwischen nationalen Sicherheitsinteressen und Profitabilität statt. Die Regierung sichert sich die Kontrolle über US-Spitzenchipfertigung, doch Intel bleibt auf einem cash-intensiven Sanierungskurs gefangen. Die Aktie zeigte sich am Freitag vorsichtig mit leichten Verlusten, nachdem die Bank of America bereits vergangene Woche vor Verdünnungseffekten durch die Staatsbeteiligung gewarnt und ihr „Neutral“-Rating bekräftigt hatte.
Alles oder nichts: Der lange Weg zur Profitabilität
Ohne Exit-Option für das Sorgenkind bleibt Intels Management nur eines: den eingeschlagenen Weg weitergehen – unter den wachsamen Augen des mächtigsten Aktionärs. Die Staatshilfe bringt zwar frisches Kapital und erspart den Gang an die Kapitalmärkte, doch die unternehmerische Freiheit ist deutlich beschnitten.
Der Erfolg der Foundry-Sparte hängt nun ausschließlich daran, ob Intel die technologische Führung zurückerobern und endlich Großkunden wie Nvidia, Apple oder Qualcomm für seinen 14A-Fertigungsprozess gewinnen kann. Das nächste Quartalsupdate am 29. Oktober dürfte erste Hinweise liefern, ob dieser Hochrisikokurs aufgeht – oder ob Intel dauerhaft zum verlängerten Arm der US-Industriepolitik wird.
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