Intel Aktie: Foundry unter Beweisdruck
Schwache PC-Nachfrage und fehlende Großaufträge belasten Intel; der Konzern will binnen zwei Quartalen Kunden für seine Foundry nennen.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verlor am Freitag 29 Prozent
- PC-Schwäche soll bis 2027 anhalten
- Rechenzentrumsumsatz stieg um 78 Prozent
- Intel kündigte Kundenmeldungen binnen zwei Quartalen an
Intel kämpft nach dem historischen Kurssturz an zwei Fronten: Der PC-Markt schwächelt, und das Foundry-Geschäft hat noch immer keinen großen Kunden für die modernsten Chips. Beides zusammen setzt die Aktie weiter unter Druck.
Historischer Absturz mit Folgen
Die Aktie brach am Freitag um 29 Prozent ein, der schwächste Handelstag seit den 1970er-Jahren. Im Oktober summierte sich das Minus auf 45 Prozent, den größten Monatsverlust der Firmengeschichte. Auch am Montag ging es weiter bergab, zeitweise um rund 8 Prozent, während der breite Markt zulegte.
Auslöser ist der Ausblick für das vierte Quartal. Intel stellt einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden Dollar in Aussicht, Analysten hatten mit gut 17 Milliarden gerechnet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie liegt die Prognose mit 0,25 Dollar klar unter den erwarteten 0,44 Dollar. Positiven Cashflow erwartet das Unternehmen in diesem Jahr nicht mehr.
Finanzchef David Zinsner rechnet damit, dass die Schwäche im PC-Markt mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2027 anhält. Hohe Speicherpreise bremsen die Nachfrage, Verbraucher verzichten auf Neukäufe. Der PC-Bereich steuert rund die Hälfte der Erlöse bei. Hinzu kommt ein Zwischenfall in der israelischen Fertigung, der nach Schätzungen 300 bis 600 Millionen Dollar Umsatz kosten könnte.
Die Analysten reagierten prompt. Bank of America, Roth Capital, Seaport Research und Freedom Broker stuften auf „Neutral“ beziehungsweise „Hold“ ab. JPMorgan, Truist und RBC senkten ihre Kursziele.
Starke Nachfrage, knappe Kapazität
Das Rechenzentrumsgeschäft läuft hingegen glänzend. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 78 Prozent auf 7,3 Milliarden Dollar. Intel kann die Nachfrage jedoch nicht vollständig bedienen, weil Wafer, Substrate und Speicher branchenweit knapp sind.
Das zwingt den Konzern zu einer heiklen Entscheidung. In Oregon verlagert Intel Kapazität von der modernen 18A-Fertigung hin zum älteren Intel-3-Prozess, der für Serverchips gebraucht wird. Gerade auf 18A setzt das Unternehmen aber, um externe Foundry-Kunden zu gewinnen.
Foundry-Kunden gesucht
Der ehemalige Intel-Verwaltungsrat David Yoffie sieht darin ein Problem. Wer keine Überkapazität habe, wirke als Zulieferer wenig glaubwürdig. Findet Intel binnen eines Jahres keinen großen Kunden, werde der wirtschaftliche Druck deutlich spürbar. Yoffie plädiert für eine Abspaltung der Foundry-Sparte, da Wettbewerber wie Broadcom oder Qualcomm zögern könnten, bei einem Konkurrenten zu fertigen.
CEO Lip-Bu Tan setzt auf Zurückhaltung bei den Investitionen, bis Kundenzusagen vorliegen. Er kündigte an, in den kommenden zwei Quartalen würden „einige Kunden“ bekanntgegeben. Die 18A-Chips für den Eigenbedarf laufen in Arizona bereits in Serie. Das Werk in Ohio liegt dagegen fast fünf Jahre hinter dem Plan.
Die Kundenankündigungen innerhalb der nächsten zwei Quartale sind damit der konkrete Prüfstein. Bleiben sie aus, dürfte der Druck auf Tans Strategie weiter wachsen.
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