Intel Aktie: Foundry-Verlust von 2,4 Milliarden belastet

Intels Aktie fällt nach Rally, während hohe Foundry-Verluste und Rückkehr von Leerverkäufern die Stimmung trüben.

Dr. Robert Sasse ·
Intel Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktienkurs fällt um über 16 Prozent
  • Leerverkäufer erhöhen ihre Positionen wieder
  • Foundry-Sparte mit Milliardenverlust belastet
  • Apple als potenzieller Fertigungskunde im Gespräch

Intel erlebt den ersten ernsten Stimmungstest nach einer fast senkrechten Rally. Die Aktie fällt, Leerverkäufer kehren zurück, und ausgerechnet das Herzstück der Neubewertung bleibt teuer: das Foundry-Geschäft. Der Konflikt ist klar: technologischer Fortschritt trifft auf hohe operative Verluste.

Am Montag notiert die Aktie bei 91,59 Euro und verliert 2,26 Prozent. Seit dem Hoch bei 109,88 Euro am 11. Mai beträgt der Rückgang 16,65 Prozent. Auf Monatssicht steht trotzdem noch ein Plus von 57,16 Prozent.

Leerverkäufer setzen wieder dagegen

Der Rücksetzer kommt nach einer außergewöhnlichen Bewegung. Seit dem Tief vom 30. März hatte Intel bis zum Wochenbeginn 214 Prozent gewonnen und mehr als 440 Milliarden Dollar Börsenwert aufgebaut.

Leerverkäufer saßen während dieser Rally laut S3 Partners auf Buchverlusten von mehr als 12 Milliarden Dollar. Trotzdem steigt das Short Interest wieder und liegt nahe dem höchsten Stand des vergangenen Jahres. Das macht die Aktie anfälliger für abrupte Bewegungen, sobald Momentum-Trader Gewinne sichern.

Die Skepsis zielt weniger auf den klassischen Chipverkauf. Im Zentrum steht die Frage, ob Intel seine Fertigungsambitionen wirtschaftlich stemmen kann. Genau dort ist die Bilanz noch belastet.

Foundry bleibt der wunde Punkt

Intel Foundry verbuchte zuletzt einen operativen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar bei 5,4 Milliarden Dollar Umsatz. Das ist kein Randthema, sondern ein schwerer Ergebnisblock, den der Rest des Konzerns abfedern muss.

Ein Teil der Belastung hängt mit teureren Wafern auf Intel 18A zusammen. Das ist die heikle Phase eines neuen Fertigungsprozesses: Technisch kann der Hochlauf funktionieren, während die Kosten noch zu hoch sind. Kein Wunder, dass der Markt hier nervös reagiert.

Auf der anderen Seite gibt es Fortschritte. Finanzchef David Zinsner sagte, die Ausbeuten bei 18A lägen auf Kurs, die Jahresendziele bereits Mitte 2026 zu erreichen. Das wäre früher als intern geplant.

Panther Lake soll der erste Client-Prozessor auf Intel 18A werden, Fab 52 in Arizona fährt die Produktion hoch. Clearwater Forest, vermarktet als Xeon 6+, soll in der ersten Hälfte 2026 folgen.

Apple-Fantasie ohne Abschluss

Zusätzliche Aufmerksamkeit bringen Berichte über eine vorläufige Vereinbarung mit Apple. Intel könnte demnach bestimmte Chips für Apple fertigen. Eine öffentliche Stellungnahme von Intel oder Apple liegt dazu nicht vor, finanzielle und technische Details sind ebenfalls offen.

Im Raum stehen Einsteigerprozessoren der M-Serie für MacBook Air und iPad Pro. Das mögliche Jahresvolumen wird auf 15 bis 20 Millionen Einheiten geschätzt. Für Intel wäre ein solcher Kunde strategisch wichtig, weil externe Großaufträge den Foundry-Ansatz glaubwürdiger machen würden.

Auch Microsoft und AWS spielen in der 18A-Erzählung eine Rolle. Microsoft plant den KI-Beschleuniger Maia 2 für Azure-Rechenzentren auf Intels Prozess, AWS arbeitet mit Intel an maßgeschneiderten Xeon-Chips und Verbindungsbausteinen für KI-Infrastruktur.

Operativ hat Intel zuletzt geliefert. Der Konzernumsatz lag bei 13,6 Milliarden Dollar und damit 1,4 Milliarden Dollar über der Mitte der eigenen Prognosespanne. Das Ergebnis je Aktie erreichte 0,29 Dollar, statt wie angepeilt etwa ausgeglichen.

Der nächste Prüfpunkt ist der Bericht zum zweiten Quartal 2026. Dann zählt, ob Intel die angepeilte Umsatzspanne hält und ob der Konzern einen glaubwürdigen Pfad zeigt, die Foundry-Verluste trotz 18A-Hochlauf schrittweise zu verringern.

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Intel Aktie

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Sektor Technologie
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ISIN: US4581401001 WKN: 855681

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