Intel Aktie: High-NA-EUV-Produktion startet in Hillsboro
Intel startet als Erster die Chipfertigung mit ASMLs High-NA-EUV-Technik und steigert die Ausbeute auf 85 Prozent. Analysten reagieren mit deutlichen Kurszielerhöhungen.

Kurz zusammengefasst
- Weltpremiere für High-NA-EUV-Lithografie
- Panther-Lake-Chips im Intel-18A-Verfahren
- Ausbeute auf 85 Prozent gesteigert
- Kursziele von Analysten angehoben
Als weltweit erstes Unternehmen hat Intel die Produktion von Logikchips unter Einsatz der neuen High-NA-EUV-Lithografie (High Numerical Aperture Extreme Ultraviolet) von ASML aufgenommen. Dieser Durchbruch markiert einen entscheidenden Punkt in der Strategie von CEO Pat Gelsinger, die technologische Marktführerschaft im Foundry-Geschäft zurückzugewinnen.
Produktion der Panther-Lake-Generation startet
Die neue Technologie kommt am Standort in Hillsboro, Oregon, für die Fertigung der Core-Ultra-Serie 3, bekannt unter dem Codenamen Panther Lake, zum Einsatz. Diese Chips basieren auf dem Intel-18A-Prozess. Laut Berichten der Analysten von KeyBanc Capital Markets konnte Intel die Ausbeute (Yield) in diesem Verfahren signifikant steigern: Die Erfolgsrate bei der Wafer-Produktion kletterte von zuvor rund 65 Prozent auf nunmehr zirka 85 Prozent.
Die High-NA-EUV-Systeme von ASML, konkret die Modelle EXE:5000 und EXE:5200B, kosten rund 400 Millionen US-Dollar pro Einheit und ermöglichen eine Auflösung von 8 Nanometern. Dies ist ein deutlicher Sprung gegenüber den bisherigen 13 Nanometern bei Standard-EUV-Maschinen. Während Wettbewerber wie TSMC bei der Einführung dieser kostspieligen Technologie vorerst noch zurückhaltend agieren, nutzt Intel den Vorsprung, um die nächste Generation mobiler Prozessoren und KI-Beschleuniger intern zu fertigen. Parallel dazu wurde bekannt, dass Intel die geplanten Aufträge bei TSMC für die kommende Nova-Lake-Generation drastisch reduziert hat, da die eigene 18A-Fertigung schneller Fortschritte macht als erwartet.
Analysten heben Kursziele deutlich an
Die technologischen Fortschritte haben bei Analystenhäusern für eine Neubewertung gesorgt. KeyBanc hob das Kursziel für die Intel-Aktie von 110 auf 155 US-Dollar an und vergibt das Rating „Overweight“. Auch HSBC zeigte sich optimistisch und verdoppelte das Kursziel für den Titel. Der Marktkonsens wird derzeit jedoch noch mehrheitlich mit „Hold“ angegeben, wobei 10 Kaufempfehlungen 26 Haltepositionen und 2 Verkaufsempfehlungen gegenüberstehen. Das durchschnittliche Kursziel der bei TipRanks gelisteten Analysten liegt bei 108,16 US-Dollar.
Trotz der positiven Nachrichten aus der Fertigung verzeichnete die Aktie zuletzt Kursrückgänge. Aktuell notiert das Papier bei 88,21 € und weist damit ein Tagesminus von 2,11 % auf. Im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 124,58 €, das Ende Juni 2026 erreicht wurde, ergibt sich ein Abstand von -29,19 %. Dennoch blicken Anleger auf ein bisher extrem starkes Börsenjahr zurück: Seit Jahresbeginn (YTD) konnte die Aktie um 162,49 % zulegen. Die Marktkapitalisierung beläuft sich umgerechnet auf 482,94 Milliarden €.
Ausblick auf die Quartalszahlen am 23. Juli
Spannung verspricht der kommende Donnerstag, 23. Juli 2026, wenn Intel nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen wird. Analysten erwarten im Konsens einen Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,21 US-Dollar bei einem Umsatz von 14,4063 Milliarden US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 hatte Intel die Erwartungen mit einem EPS von 0,29 US-Dollar leicht übertroffen, während der Umsatz bei 13,58 Milliarden US-Dollar lag – ein Plus von 7,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Neben den operativen Zahlen rücken auch die massiven Investitionen in den Fokus. Intel treibt den Ausbau seiner Kapazitäten in den USA und Europa voran, unter anderem durch eine 5,7 Milliarden US-Dollar schwere Expansion in Irland. Dort soll in Leixlip die Produktion von Xeon-6-Prozessoren auf dem Intel-3-Knoten gesteigert werden. Gleichzeitig wurden Berichte bekannt, wonach Erweiterungspläne in Israel derzeit zugunsten der Standorte in Irland und den USA pausieren. Im Bereich der Insider-Transaktionen wurde zudem vermerkt, dass Executive Vice President April Miller Boise am 1. Mai ein Paket von 40.256 Aktien zu einem Kurs von 99,53 US-Dollar veräußert hat.
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