Intel Aktie: HSBC senkt auf Reduce
HSBC stuft Intel von Halten auf Reduzieren herab. Die Aktie gilt nach einem Kursplus von über 200 Prozent als überkauft.

Kurz zusammengefasst
- HSBC senkt Votum auf Reduce
- Aktie gilt als technisch überkauft
- Foundry-Sparte schreibt hohe Verluste
- Umsatzwachstum in Rechenzentren und KI
Intels Rally läuft nicht mehr geräuschlos weiter. Nach einer massiven Aufwärtsbewegung stellt HSBC die Bewertung infrage und senkt das Votum von „Hold“ auf „Reduce“. Der Kern der Kritik: Die Aktie preist bereits sehr viel Hoffnung ein, während das Foundry-Geschäft weiter Verluste schreibt.
HSBC bremst die Rally
Die Herabstufung trifft eine Aktie, die in kurzer Zeit extrem weit gelaufen ist. Am Dienstag verlor Intel fast 6 Prozent, am Mittwoch erholt sich der Kurs auf 105,36 Euro und liegt damit 2,55 Prozent im Plus. Die Reaktion zeigt: Der Markt sortiert die jüngste Euphorie neu ein, wirft die Story aber nicht komplett über Bord.
Auf Sicht von 30 Tagen bleibt das Plus mit 90,39 Prozent außergewöhnlich hoch. Seit Jahresanfang steht sogar ein Gewinn von 213,52 Prozent zu Buche. Genau diese Dynamik macht die Bewertung anfällig, sobald Analysten an der Nachhaltigkeit des Trends zweifeln.
HSBC verweist auf klare Überhitzungssignale. Der Relative-Stärke-Index lag im Bericht bei 86,11 und damit in einem Bereich, der technisch als stark überkauft gilt. Besonders kritisch sehen die Analysten, dass Intel mit mehr als dem Hundertfachen der erwarteten Gewinne gehandelt wird, obwohl ein Teil der Kursfantasie auf vorläufigen Berichten über Fertigungsabkommen mit großen Technologiekonzernen beruht.
Operativ bleibt das Bild gemischt
Die jüngsten Zahlen liefern durchaus Argumente für Optimisten. Intel steigerte den Umsatz im ersten Quartal auf 13,6 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist solide und zeigt, dass die Nachfrage in wichtigen Bereichen intakt bleibt.
Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren und KI. Dort kletterte der Umsatz um 22 Prozent auf 5,05 Milliarden Dollar. Treiber sind leistungsfähige Serverprozessoren, die bei Unternehmen mit wachsendem Bedarf an KI-Infrastruktur gefragt sind.
Der Schwachpunkt bleibt die Auftragsfertigung. Die Foundry-Sparte wuchs zwar um 16 Prozent, schrieb operativ aber einen Verlust von 2,4 Milliarden Dollar. Hohe Investitionen, Abschreibungen auf Anlagen und niedrigere Anfangsrenditen bei fortgeschrittenen Fertigungsprozessen drücken weiter auf die Margen.
Makro-Druck kommt dazu
Die HSBC-Abstufung fiel in einen schwächeren Halbleitermarkt. Neue US-Inflationsdaten vom 12. Mai verstärkten die Sorge, dass Unternehmenskunden größere KI-Investitionen zeitlich strecken könnten. Das trifft besonders Aktien, bei denen bereits viel Wachstumserwartung im Kurs steckt.
Intel bleibt damit eine Turnaround-Geschichte mit hohem Erwartungsdruck. CEO Lip-Bu Tan will am 19. Mai auf der J.P. Morgan Global Technology, Media and Communications Conference zur Strategie sprechen. Am 2. Juni folgen CFO David Zinsner und Investor-Relations-Chef John Pitzer auf der BofA Global Technology Conference; dort dürften vor allem Margen, Foundry-Fahrplan und die Qualität der jüngsten Nachfrage im Mittelpunkt stehen.
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