Eine Aktionärsklage hat Intels mühsam aufgebautes Kursmomentum jäh unterbrochen. Der Vorwurf: Der Konzern soll der US-Regierung einen Anteil von 10 Prozent am Unternehmen übertragen haben — nicht aus strategischen Gründen, sondern um politischem Druck aus dem Umfeld der Trump-Administration zu entgehen.
Der Kern der Klage
Aktionär Richard Paisner reichte die Klage beim Delaware Court of Chancery ein. Er bezeichnet die Vereinbarung als „rechtswidrigen Vertrag“, durch den die US-Regierung Intel-Aktien im Wert von 11 Milliarden Dollar ohne nennenswerte Gegenleistung erhalten habe. Paisner wirft dem Board vor, seine Treuepflichten verletzt zu haben, und fordert die Annullierung des Deals. Am 12. März verlor die Aktie daraufhin 5,7 Prozent.
Die Klage trifft Intel in einer Phase, in der das Unternehmen gerade dabei ist, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die Aktie hat sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt, liegt aber rund 14 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 46,43 Euro.
18A-Fertigung: Fortschritt mit Fragezeichen
Abseits der juristischen Turbulenzen bleibt Intels technologische Transformation das eigentliche Kernthema. Mit dem Prozessor-Chip Panther Lake — der ersten Produktgeneration auf dem 18A-Fertigungsknoten — hat Intel im Januar erste Chips aus dem Werk in Chandler, Arizona, ausgeliefert.
Die Hochlaufkurve verläuft jedoch langsamer als erhofft. CFO David Zinsner bestätigte, dass die Ausbeuten zwar für Produktlieferungen ausreichen, aber noch nicht für normale Gewinnmargen. Das angestrebte Kostenniveau soll erst Ende 2026 erreicht werden, branchenübliche Ergebnisse werden für 2027 erwartet. Derzeit verbessern sich die Ausbeuten monatlich um rund 7 Prozent. Zusätzliche 18A-Kapazitäten will Intel in diesem Jahr nicht aufbauen — neue Investitionen sollen erst folgen, wenn konkrete Abnahmegarantien vorliegen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?
Zahlen und Ausblick
Im vierten Quartal 2025 erzielte Intel einen Umsatz von 13,7 Milliarden Dollar, vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Für das erste Quartal 2026 erwartet der Konzern Erlöse zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar bei einem bereinigten Ergebnis nahe null — und damit weniger als Analysten prognostiziert hatten. CFO Zinsner warnte zudem vor steigenden Preisen bei DRAM, NAND und Substraten, die das Umsatzpotenzial im laufenden Jahr belasten könnten.
Unter den 30 Analysten, die Intel beobachten, überwiegen die „Hold“-Empfehlungen mit 22 von 30 Stimmen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 43,60 Euro. KeyBanc-Analyst John Vinh sticht heraus: Er hält an seiner „Overweight“-Einstufung fest und erhöhte sein Kursziel zuletzt auf 65 Dollar.
Mit dem Wechsel an der Boardspitze — Craig H. Barratt übernimmt den Vorsitz nach der Hauptversammlung am 13. Mai 2026 — steht auch auf der Governance-Ebene ein Neuanfang an. Ob die 18A-Plattform bis dahin erste externe Foundry-Kunden vorweisen kann, dürfte maßgeblich beeinflussen, wie der Markt Intels Bewertung von derzeit rund dem 85-fachen der erwarteten Gewinne einordnet.
Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 14. März liefert die Antwort:
Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
