Intel hat im vierten Quartal 2025 bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen. Doch statt Euphorie folgte am 23. Januar 2026 ein Kurssturz von 17 Prozent – der stärkste Tagesverlust seit August 2024. Der Grund: Der Chipkonzern kann die steigende Nachfrage nach seinen Serverprozessoren nicht bedienen. Mehr als 35 Milliarden Dollar Börsenwert lösten sich in Luft auf.
Umsatzprognose verfehlt Erwartungen deutlich
Für das laufende erste Quartal 2026 stellt Intel einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden Dollar in Aussicht – unterhalb der von Analysten erwarteten 12,51 Milliarden. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit einem Nullergebnis, während die Wall Street mit 0,05 Dollar je Aktie kalkuliert hatte.
Die Schwäche kommt zur Unzeit. Nach Jahren, in denen Intel den KI-Boom weitgehend verpasste, zieht die Nachfrage nach Serverprozessoren für Rechenzentren plötzlich an. Die Chips werden dort zusammen mit KI-Beschleunigern eingesetzt. Doch ausgerechnet jetzt scheitert Intel an der Produktion.
Fertigungsengpässe belasten die Produktion
CEO Lip-Bu Tan räumte im Analystengespräch ein, dass die Produktionsausbeute unterhalb der Zielwerte liegt. CFO David Zinsner konkretisierte: Die Versorgungsengpässe dürften im ersten Quartal ihren Tiefpunkt erreichen, bevor sich die Lage im zweiten Quartal verbessert.
Analysten von Bernstein kritisierten scharf: Intel habe die Nachfrage nach Rechenzentrumskapazität „völlig unterschätzt“ und sei mit seiner Produktionsinfrastruktur „massiv auf dem falschen Fuß erwischt“ worden.
Die jüngsten Entwicklungen:
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- Aktienkurs fiel auf 45,07 Dollar (23. Januar)
- Über 35 Milliarden Dollar Marktwert verloren
- Produktionsausbeute unter Zielvorgaben
- Versorgungsengpässe voraussichtlich bis Q2 2026
Foundry-Geschäft ohne konkrete Erfolge
Viele Investoren hatten auf Neuigkeiten zu größeren Aufträgen für Intels Auftragsfertigung gehofft. Das Foundry-Geschäft – bei dem Intel Chips für andere Unternehmen produziert – ist zentral für die Konzernstrategie.
CFO Zinsner deutete an, dass erste Kunden für die kommende 14A-Fertigungstechnologie möglicherweise in der zweiten Jahreshälfte 2026 gewonnen werden könnten. RBC Capital Markets warnt jedoch: Nennenswerte Umsatzbeiträge aus 14A-Aufträgen seien frühestens Ende 2028 zu erwarten.
Rallyebremse nach 149 Prozent Kursgewinn
Die Intel-Aktie hatte vor den Quartalszahlen eine außergewöhnliche Entwicklung hinter sich: Plus 149 Prozent innerhalb von zwölf Monaten, allein im Januar 2026 ein Anstieg um 47 Prozent. Anfang der Woche erreichte der Titel mit über 54 Dollar den höchsten Stand seit Januar 2022.
Unterstützt wurde die Rally durch drei Großinvestitionen: Die US-Regierung stieg mit 8,9 Milliarden Dollar ein und wurde größter Anteilseigner. Nvidia beteiligte sich mit fünf Milliarden und vereinbarte die Integration von Intel-CPUs mit Nvidia-KI-Chips. Auch SoftBank investierte. Analysten von TD Cowen stellten jedoch fest, die Rally sei „weitgehend vom Traum getrieben“ gewesen statt von kurzfristigen Fundamentaldaten.
Die Fertigungsengpässe zeigen nun: Die operative Realität hinkt den Erwartungen deutlich hinterher. CEO Tan bezeichnete den Turnaround als „eine mehrjährige Reise“ – eine Botschaft, die bei Anlegern nach dem jüngsten Kursrutsch auf wenig Gegenliebe stieß.
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