Intel Aktie: Tesla setzt auf 14A-Fertigung
Intels 20-Milliarden-Kapitalerhöhung verwässert Gewinn je Aktie, Analysten senken Kursziele. Trotz Tesla-Partnerschaft fällt der Kurs deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenschwere Kapitalerhöhung abgeschlossen
- Analysten senken Kursziele und warnen
- Tesla wählt Intel Foundry für KI-Chip
- Nvidia und SoftBank halten große Anteile
Der Halbleiterkonzern Intel steht zur Wochenmitte unter Druck, nachdem eine milliardenschwere Kapitalerhöhung und vorsichtigere Analystenstimmen die Stimmung der Anleger trüben.
Während das Unternehmen operativ wichtige Fortschritte wie eine neue Partnerschaft mit Tesla erzielt, rücken die kurzfristigen Auswirkungen der massiven Aktienverwässerung in den Fokus. Der Kurs notiert aktuell bei 81,97 Euro, womit das Papier einen Abstand von 34 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch aufweist.
Verwässerung bremst den Aufwärtsdrang
Hintergrund der jüngsten Kursbewegung ist der Abschluss einer umfangreichen Kapitalmaßnahme. Intel hat insgesamt 210,5 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 95 US-Dollar ausgegeben, um rund 20 Milliarden US-Dollar für den weiteren Ausbau der KI-Infrastruktur einzusammeln. Marktberichten zufolge wurde das Volumen des Angebots aufgrund der Nachfrage von ursprünglich 15 Milliarden US-Dollar nach oben korrigiert.
Die Analysten reagierten prompt auf die erhöhte Aktienanzahl. Die Experten der UBS senkten ihr Kursziel für den Wert von 121 auf 112 US-Dollar und behielten ihre neutrale Einstufung bei. Zeitgleich warnte die Bank of America vor den Folgen der Verwässerung.
Die Analysten dort schätzen, dass der Gewinn je Aktie durch die Emission um etwa 4 bis 5 Prozent sinken könnte. Am gestrigen Dienstag verzeichnete die Aktie im US-Handel daraufhin einen deutlichen Rückgang von über 6 Prozent.
Strategische Erfolge und operative Hürden
Trotz der finanziellen Belastung durch die Kapitalerhöhung kann Intel technologische Erfolge vorweisen. So hat sich der Elektroautoproduzent Tesla dazu entschieden, seinen künftigen Terafab-KI-Chip über Intels Foundry-Sparte fertigen zu lassen. Dabei soll das moderne 14A-Verfahren zum Einsatz kommen.
Zudem profitiert Intel indirekt von den Kapazitätsengpässen beim Konkurrenten TSMC, da Aufträge für Advanced Packaging teilweise in Intels Werke nach Malaysia umgeleitet werden.
Allerdings gibt es auch Berichte über interne Schwierigkeiten. Am geplanten Standort in Ohio, einem 28 Milliarden US-Dollar schweren Projekt, kämpft das Unternehmen laut Medienberichten mit der Abwanderung von Prozessingenieuren. Zudem sollen die Ausbeuteraten beim wichtigen 18A-Fertigungsknoten derzeit noch unter den gesteckten Zielen liegen, was die Qualifizierung für bestimmte Fertigungsprozesse um mehr als zwei Quartale verzögern könnte.
Großinvestoren halten an Engagement fest
Ungeachtet der aktuellen Kursschwankungen bleibt das Interesse großer Adressen an Intel hoch. Dokumente zeigen, dass Nvidia zum Ende des zweiten Quartals eine Beteiligung an dem Konkurrenten hielt, die rund 214,77 Millionen Aktien umfasst. Auch SoftBank ist mit einer Investition von 12,1 Milliarden US-Dollar signifikant bei dem US-Unternehmen engagiert.
Einen weiteren Vertrauensbeweis lieferte die Unternehmensführung selbst. CEO Lip-Bu Tan erwarb am 11. August im Rahmen des Aktienangebots weitere 105.263 Papiere für rund 10 Millionen US-Dollar.
Durch diesen Zukauf erhöhte sich sein direkter Bestand auf über 1,3 Millionen Anteile. Trotz des aktuellen Rücksetzers weist die Intel-Aktie mit einem Plus von 161 Prozent seit Jahresbeginn weiterhin eine starke Performance im laufenden Turnaround-Jahr auf.
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