Intel Aktie: Tower Semiconductor verklagt den Konzern
Der Chipkonzern verlor 6,0 Prozent; Tower Semiconductor klagt nach dem Scheitern der geplanten Übernahme gegen Intel.
Kurz zusammengefasst
- Intel-Aktie fiel um 6,0 Prozent
- Tower Semiconductor reichte Klage ein
- Geplante Übernahme über 5,4 Milliarden Dollar scheiterte
- Quartalszahlen für den 29. Oktober angekündigt
Die wachsende Skepsis der Anleger gegenüber schuldenfinanzierten Investitionen in künstliche Intelligenz hat die US-Halbleiterbranche erfasst und auch die Papiere von Intel belastet.
Im Sog eines branchenweiten Ausverkaufs, der den Chipsektor bereits den achten Handelstag in Folge drückte, verbuchte der Anteilsschein am letzten Handelstag ein Minus von 6,0 Prozent und schloss bei 79,91 Euro. Investoren stellen zunehmend infrage, ob die massiven Ausgaben für KI-Infrastruktur zeitnah ausreichende Erträge abwerfen werden.
Rechtlicher Streit um geplatzte Fusion
Zu den allgemeinen Branchensorgen gesellen sich für Intel unternehmensspezifische Herausforderungen. Wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht, hat der israelische Auftragsfertiger Tower Semiconductor Klage gegen Intel eingereicht.
Gegenstand der juristischen Auseinandersetzung sind Vorwürfe des Betrugs und des Bruchs einer Vereinbarung über Fertigungsdienstleistungen, nachdem die ursprünglich geplante, 5,4 Milliarden $ schwere Übernahme von Tower durch Intel gescheitert war. Tower Semiconductor macht geltend, dass allein die gestiegenen Baukosten einen Betrag von mehr als 450 Millionen $ überschritten hätten.
Parallel dazu sorgte ein schwerer Arbeitsunfall im israelischen Werk Kiryat Gat für Bestürzung. Nach einer mutmaßlichen Gasflaschenexplosion am vergangenen Mittwoch erlag am Folgetag ein zweiter Arbeiter seinen schweren Verletzungen, während eine weitere Person mit schweren Verletzungen in Behandlung blieb.
Fabrik-Pläne und Quartalstermin im Fokus
Neben den operativen und juristischen Belastungen zeichnen sich strategische Diskussionen über künftige Fertigungskapazitäten ab. Im Zusammenhang mit Elon Musks Terafab-Projekt bestätigte C.C. Wei, CEO des Konkurrenten TSMC, Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit.
Wei stellte zugleich klar, dass jede Fabrik unter Beteiligung von TSMC auch von TSMC selbst betrieben werden müsse. Intel-CEO Lip-Bu Tan erklärte hingegen, dass Intel weiterhin involviert bleiben werde.
Klarheit über die finanzielle Verfassung des Halbleiterkonzerns erwarten Marktteilnehmer in Kürze. Intel hat angekündigt, die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober nach US-Börsenschluss vorzulegen.
Nach dem jüngsten Kursrückgang notiert die Aktie mit einem Abschlag von 36 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 124,58 Euro. Der anstehende Quartalsbericht dürfte zeigen, wie sich die hohen Ausgaben und die Branchenaussichten tatsächlich in der Bilanz niederschlagen.
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