Intel zieht zwei strategische Linien gleichzeitig: mehr Tempo bei KI-Anwendungen in Unternehmen – und ein Führungswechsel in der Foundry-Sparte. Beides soll das Geschäft robuster machen, trifft aber auf ein Marktumfeld, in dem Chipwerte insgesamt unter genauer Beobachtung stehen. Was steckt hinter den Schritten – und warum reicht das allein nicht für Rückenwind an der Börse?
KI-Inference: Intel setzt auf CPU-Alternative zu GPUs
Im Zentrum der neuen Kooperation steht ein Bereich, der für viele Firmen inzwischen entscheidend ist: AI Inference, also das Ausführen bereits trainierter KI-Modelle im Alltag. Intel will dafür gemeinsam mit dem KI-Startup SambaNova Systems Lösungen liefern, die stärker auf Xeon-Server-Infrastruktur setzen und damit eine Alternative zu GPU-lastigen Systemen bieten sollen – mit Fokus auf Leistung und Kosten für Unternehmenskunden.
Zur Partnerschaft gehört auch Kapital: Intel Capital beteiligte sich an einer Series‑E‑Finanzierungsrunde von SambaNova, die mehr als 350 Millionen US-Dollar einbrachte. Zeitgleich stellte SambaNova den neuen SN50-Inference-Chip vor. Ein erster großer Anwender steht ebenfalls fest: SoftBank Corp. will die Technologie später 2026 in KI-Rechenzentren in Japan einsetzen.
Foundry: Abgang an der Spitze, neue Zuständigkeiten
Parallel dazu gibt es Bewegung in Intels Fertigungsambitionen. Kevin O’Buckley, bislang Chef von Intel Foundry, verlässt das Unternehmen und wechselt zu Qualcomm als Vice President für globale Operationen und Lieferkette.
Die Leitung der Foundry übernimmt Naga Chandrasekaran, der zuvor die Entwicklung der Front-End-Prozesstechnologie verantwortete. Laut Intel bleibt die Foundry ein strategisches Top-Thema – der Fokus liege nun auf konsequenter Umsetzung und Kundenauslieferung unter der neuen Führung. Der Wechsel folgt auf eine Umstrukturierung im September: Schon damals wurde die Organisation enger verzahnt, als O’Buckley begann, an Chandrasekaran zu berichten.
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Warum die Börse trotzdem skeptisch bleibt
Trotz der KI-Nachrichten geriet die Aktie am Donnerstag unter Druck – eingebettet in eine allgemein schwächere Stimmung bei US-Chipwerten. Der Markt schaut aktuell besonders kritisch auf Investitionsausgaben und die Wettbewerbslage im KI-Geschäft. Gleichzeitig verschieben sich die Fronten: Rivalen wie Nvidia machen inzwischen auch im CPU-Umfeld Schritte nach vorn.
Hinzu kommt der jüngste Zahlenhintergrund: Ende Januar übertraf Intel im Bericht zum vierten Quartal 2025 zwar die Erwartungen beim Gewinn je Aktie, legte aber für das erste Quartal 2026 eine Umsatzprognose unter dem Konsens vor – ein Dämpfer für die kurzfristige Zuversicht. In den Kursdaten zeigt sich das gemischte Bild: Auf 30 Tage liegt die Aktie mit -5,60% im Minus, während sie seit Jahresanfang +14,67% zulegt.
Zum nächsten wichtigen Fixpunkt wird damit, ob Intel die angekündigte KI-Positionierung in konkrete Enterprise-Deployments übersetzen kann – und ob die Foundry-Sparte unter Chandrasekaran bei Umsetzung und Kundenlieferungen sichtbar vorankommt.
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