Intel Aktie: Versorgung bremst

Intel übertrifft Quartalserwartungen, prognostiziert jedoch schwächeres Q1 2026 aufgrund von Kapazitätsengpässen bei der neuen 18A-Chipfertigung. Die Aktie reagierte mit deutlichen Kurseinbrüchen.

Kurz zusammengefasst:
  • Solides Q4 2025 übertrifft Analystenerwartungen
  • Schwache Q1-Prognose durch Lieferengpässe verursacht
  • Fokus auf Ausbau der 18A-Chipfertigungstechnologie
  • Aktienkurs fiel nach Veröffentlichung deutlich

Intel liefert starke Quartalszahlen, doch die Freude währt nur kurz. Ausgerechnet die Prognose für das laufende Quartal sorgt für Verunsicherung – nicht wegen mangelnder Nachfrage, sondern wegen fehlender Kapazitäten. Im Zentrum steht dabei die neue 18A-Chiptechnik, die zwar technisch vorankommt, im Hochlauf aber noch hakt.

Solides Q4, schwache Aussicht

Im vierten Quartal 2025 übertraf Intel die Erwartungen von Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim bereinigten Gewinn. Der Konzern setzte 13,7 Milliarden US‑Dollar um und lag damit über den von LSEG erwarteten 13,4 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,15 US‑Dollar, deutlich mehr als die prognostizierten 0,08 US‑Dollar.

Intel

US4581401001
-
Heute: -
7 Tage: -

Auf GAAP-Basis schrieb Intel im Quartal allerdings einen Verlust von 0,12 US‑Dollar je Aktie. Im Gesamtjahr 2025 blieb der Umsatz mit 52,9 Milliarden US‑Dollar weitgehend stabil gegenüber dem Vorjahr – also weder echter Rückschritt, noch klarer Wachstumsschub.

Deutlich wird die Verschiebung innerhalb des Geschäfts:
– Das Segment Data Center und KI legte im Quartal um 9 % auf 4,7 Milliarden US‑Dollar zu.
– Die Client Computing Group mit PC- und Laptop-Prozessoren büßte dagegen 7 % ein und kam auf 8,2 Milliarden US‑Dollar.

Damit zeigt sich: Die Wachstumsfantasie sitzt klar im Rechenzentrum und im KI-Bereich, während das klassische PC-Geschäft schwächer läuft.

Prognose verunsichert Anleger

Trotz des soliden Abschlussquartals rückte schnell die Prognose für das erste Quartal 2026 in den Mittelpunkt – und dort setzte Intel den Rotstift deutlich an. Das Management stellt in Aussicht:

  • Umsatz von 11,7 bis 12,7 Milliarden US‑Dollar (unter den LSEG-Erwartungen von 12,51 Milliarden)
  • Bereinigter Gewinn je Aktie: etwa Null (statt erwarteter 0,05 US‑Dollar)
  • GAAP-Verlust von 0,21 US‑Dollar je Aktie
  • Bruttomarge von 32,3 % (GAAP) bzw. 34,5 % (non‑GAAP)

Finanzchef David Zinsner begründet diese vorsichtige Linie nicht mit schwacher Nachfrage, sondern mit Lieferengpässen. Gegenüber CNBC erklärte er, Intel habe aktuell nicht genug Kapazität, um die saisonal übliche Nachfrage vollständig zu bedienen. Laut Zinsner sollen sich die Lieferbedingungen ab dem zweiten Quartal entspannen.

Damit lautet die Kernbotschaft: Die Nachfrage ist da, Intel kann sie kurzfristig aber nicht vollständig bedienen – ein für Anleger ambivalentes Signal.

18A-Technologie im Fokus

Operativ steht vor allem die neue 18A-Fertigungstechnologie im Rampenlicht. CEO Lip-Bu Tan räumte im Analystencall ein, dass die Ausbeute in der Produktion noch unter dem Zielniveau liegt, aber im Rahmen der internen Planung. Gleichzeitig betonte er, man arbeite „aggressiv“ daran, die 18A-Kapazitäten auszuweiten, um die „starke Kundennachfrage“ zu bedienen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?

18A konkurriert direkt mit dem 2‑Nanometer-Prozess von TSMC und gilt als Schlüssel für Intels Comeback als Auftragsfertiger. Laut Unternehmensangaben hat die Technologie 2025 „übererfüllt“, was darauf hindeutet, dass sie grundsätzlich reif für die Massenproduktion ist – der Hochlauf bleibt aber sichtbar anspruchsvoll.

Zinsner stellte zudem in Aussicht, dass sich Kunden für die nachfolgende 14A-Generation in der zweiten Jahreshälfte 2026 klarer abzeichnen dürften. Ein Indikator sollen steigende Investitionsausgaben sein, die als Signal für gesicherte Foundry-Aufträge gewertet werden.

Kursreaktion und aktuelle Bewertung

Die Anleger reagierten zunächst hart: Direkt nach der Zahlenvorlage am 22. Januar rutschte die Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu 13 % ab. In den folgenden Tagen summierte sich das Minus laut Forbes auf rund 21,8 %, von 54,32 US‑Dollar auf etwa 42,49 US‑Dollar am 27. Januar.

Nach dieser Korrektur setzte jedoch eine Gegenbewegung ein. Vom jüngsten Tief hat sich das Papier inzwischen spürbar gelöst und notiert derzeit bei 46,20 US‑Dollar. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotz der Schwankungen ein kräftiges Plus, was die weiterhin hohen Erwartungen an Intels KI- und Foundry-Strategie widerspiegelt.

Strategische Schritte neben den Zahlen

Parallel zu den Quartalszahlen meldete Intel mehrere strategische Entwicklungen:

  • Abschluss eines Aktienverkaufs über 5,0 Milliarden US‑Dollar an NVIDIA, was die Bilanz stärkt
  • Neue Führungskräfte in den Bereichen IT, Regierungsbeziehungen und Marketing
  • Berufung von Craig H. Barratt, Ph.D., als unabhängiges Vorstandsmitglied
  • Prognose für die operativen Aufwendungen 2026 von rund 18,2 Milliarden US‑Dollar (GAAP)

Diese Maßnahmen unterstreichen den Umbau hin zu einem breit aufgestellten Fertigungs- und KI-Spezialisten, der zugleich finanziell handlungsfähig bleiben soll.

Ausblick: Talsohle mit klaren Wegmarken

Das Management sieht das erste Quartal 2026 als operativen Tiefpunkt, geprägt von Lieferengpässen und niedrigerer Marge. Entscheidend für den weiteren Verlauf werden drei Punkte: Erstens, ob sich die angekündigte Entspannung bei der Versorgung ab dem zweiten Quartal tatsächlich einstellt. Zweitens, ob die 18A-Ausbeute wie geplant steigt und den Ertrag verbessert. Und drittens, ob Intel bei 14A im zweiten Halbjahr 2026 sichtbare Foundry-Kunden gewinnt, was sich in höheren Investitionen niederschlagen soll.

Damit zeichnet sich ein Szenario ab, in dem 2026 zum Übergangsjahr für Intel wird: kurzfristig belastet durch operative Engpässe, mittelfristig aber mit klaren Meilensteinen, an denen sich die Glaubwürdigkeit der Turnaround-Story messen lässt.

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 28. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

HEBELPRODUKTE AUF Intel

Sie erwarten steigende Kurse?
Long Hebel
Sie erwarten fallende Kurse?
Short Hebel

Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die jeweilige WKN: UQ6Q9M, UQ7W0C, UQ2510, UQ56VN. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

powered by  Prodo Logo

Weitere Artikel zu Intel

Neueste News

Alle News

Intel Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten