Intellia: Evercore hebt Kursziel auf 24 Dollar
Intellia verfehlt Umsatzerwartungen, treibt aber die Zulassung von lonvo-z voran. Analysten erhöhen das Kursziel deutlich.
Kurz zusammengefasst
- Umsatz verfehlt Analystenerwartungen deutlich
- Zulassungsantrag für lonvo-z geplant
- Genetische Studie schränkt nex-z-Patientenpool ein
- Evercore ISI erhöht Kursziel auf 24 Dollar
Das Biotechnologie-Unternehmen Intellia Therapeutics stellt die Weichen für den kommerziellen Vertrieb seiner CRISPR-basierten Therapien. Trotz eines Umsatzrückgangs im zweiten Quartal 2026 und neuen genomischen Erkenntnissen, die den adressierbaren Markt für eines der Kernprojekte einschränken könnten, blickt das Management optimistisch auf die kommenden Jahre. Im Zentrum steht dabei die geplante Markteinführung der Therapie lonvo-z in der ersten Jahreshälfte 2027.
Umsatzlücke im zweiten Quartal 2026
Wie Intellia Therapeutics am vergangenen Donnerstag mitteilte, belief sich der Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 7,66 Millionen US-Dollar. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit 13,18 Millionen US-Dollar gerechnet hatten, deutlich.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Erlöse aus Kooperationen massiv, was vor allem auf reduzierte Zahlungen des Partners Regeneron zurückzuführen ist. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatten diese Einnahmen noch bei 14,2 Millionen US-Dollar gelegen.
Der Nettoverlust weitete sich unterdessen von 101,3 Millionen US-Dollar im Vorjahr auf nun 106,6 Millionen US-Dollar aus. Pro Aktie ergab sich ein Minus von 0,80 US-Dollar, was exakt dem Konsens der Markterwartungen entsprach. Der Anstieg der Kosten resultiert laut Unternehmensangaben primär aus dem Aufbau der kommerziellen Infrastruktur sowie höheren Rechtskosten.
Die finanzielle Basis bleibt jedoch solide: Zum 30. Juni 2026 verfügte Intellia über Barmittel und marktgängige Wertpapiere in Höhe von 628,4 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen geht davon aus, dass diese Reserven den Betrieb mindestens bis in das Jahr 2028 hinein finanzieren können.
Klinische Pipeline und genomische Einschränkungen
In der klinischen Entwicklung verzeichnet Intellia wichtige Fortschritte bei lonvo-z zur Behandlung des hereditären Angioödems (HAE). Nach der Präsentation positiver Daten aus der Phase-3-Studie HAELO plant das Unternehmen, den Zulassungsantrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA in der zweiten Jahreshälfte 2026 einzureichen. Eine Markteinführung in den USA wird für das erste Halbjahr 2027 angestrebt.
Komplexer stellt sich die Lage beim Projekt nex-z dar. Eine umfassende genomische Analyse von mehr als 600 Patientenproben aus klinischen Studien identifizierte ein spezifisches genetisches Merkmal, das mit Nebenwirkungen korreliert. Patienten, die das HLA-Allel C0501 tragen, wiesen eine statistisch signifikant höhere Rate an Leberenzym-Erhöhungen des Grades 3 oder höher auf.
Diese Entdeckung könnte die Anzahl der für diese Therapie infrage kommenden Patienten einschränken. Dennoch hat Intellia die Rekrutierung für die Phase-3-Studien von nex-z wieder aufgenommen und erwartet für das zweite Halbjahr 2026 den Abschluss der Patientenaufnahme für die MAGNITUDE-2-Studie.
Evercore ISI hebt Kursziel deutlich an
Die strategischen Fortschritte und die Aussicht auf die erste Marktzulassung sorgten bei Analysten für eine Neubewertung. Jonathan Miller von Evercore ISI stufte die Aktie am Freitag von „In-Line“ auf „Outperform“ hoch.
In seiner Begründung hob er das Kursziel um 50 Prozent von 16 US-Dollar auf 24 US-Dollar an. Parallel dazu griffen institutionelle Investoren zuletzt verstärkt zu: Medienberichten zufolge bauten Schwergewichte wie BlackRock und die UBS Group ihre Positionen im ersten Quartal deutlich aus.
An der Börse konnte Intellia Therapeutics in diesem Jahr bereits Boden gutmachen. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von 31,18 Prozent. Dennoch notiert die Aktie bei einem aktuellen Kurs von 10,24 Euro noch immer mit einem Abstand von 59,02 Prozent deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 24,99 Euro.
Anleger richten ihr Augenmerk nun auf den geplanten FDA-Antrag im Herbst, der den nächsten großen Meilenstein auf dem Weg zum kommerziellen Biotech-Unternehmen markieren würde.
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