Intellia: Miller hebt Kursziel auf 24 Dollar
Intellia Therapeutics treibt die Zulassung seines HAE-Wirkstoffs voran und erhält nach positiven Studiendaten eine Kurszielanhebung von Evercore ISI.

Kurz zusammengefasst
- BLA-Einreichung für lonvo-z erwartet
- Quartalsverlust trotz solider Kapitalbasis
- ATTR-Studien nach Clinical Holds fortgesetzt
- Analyst stuft Aktie auf Outperform hoch
Intellia Therapeutics bereitet sich nach vielversprechenden Studienergebnissen auf den Übergang zum kommerziellen Pharmaunternehmen vor. Im Zentrum der strategischen Planung steht der Produktkandidat lonvo-z zur Behandlung des hereditären Angioödems (HAE).
Nach Vorlage positiver Top-Line-Daten aus der Phase-III-Studie HAELO konkretisierte das Unternehmen am 6. August den weiteren Zeitplan: Die Annahme des Zulassungsantrags (Biologics License Application, BLA) durch die US-Gesundheitsbehörde FDA wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet. Ein offizieller US-Marktstart ist für das erste Halbjahr 2027 anvisiert.
Stabile Finanzlage trotz Quartalsverlust
Die am 6. August veröffentlichten Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026 unterstreichen die Kosten des intensiven Expansionskurses. Der Umsatz aus Kooperationen belief sich auf 7,7 Millionen US-Dollar. Reuters berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Einnahmen hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieben.
Während die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sanken, stiegen die Kosten für allgemeine Verwaltung und Vertrieb (G&A) an. Diese Entwicklung wird mit dem Aufbau kommerzieller Strukturen, gestiegenen Rechtskosten sowie aktienbasierten Vergütungen begründet.
Am 7. August gab das Unternehmen zudem bekannt, dass acht neuen Mitarbeitern im Rahmen eines Anreizprogramms insgesamt 38.200 Restricted Stock Units (RSUs) gewährt wurden, die über einen Zeitraum von drei Jahren unverfallbar werden.
Trotz eines GAAP-Nettoverlustes von 106,63 Millionen US-Dollar im abgelaufenen Quartal sieht sich das Unternehmen finanziell gut gerüstet. Die liquiden Mittel und marktgängigen Wertpapiere summierten sich zum Quartalsende auf 628,35 Millionen US-Dollar. Intellia geht davon aus, dass dieser Kapitalvorrat den Betrieb bis in das Jahr 2028 hinein sichern wird.
Hürden bei ATTR-Studien überwunden
Parallel zur Entwicklung von lonvo-z meldete das Unternehmen Fortschritte in seiner nex-z-Pipeline zur Behandlung der ATTR-Amyloidose. Nachdem behördliche Aufschläge (Clinical Holds) erfolgreich gelöst werden konnten, wurden die Rekrutierung und die Dosierung in beiden Phase-III-Studien wieder aufgenommen.
In diesem Rahmen identifizierte das Unternehmen ein spezifisches HLA-Allel, das mit einer höheren Rate an Transaminasenerhöhungen während der Therapie assoziiert ist. Zur Risikominimierung wurden bereits entsprechende HLA-Typisierungen und Minderungsstrategien in die klinischen Abläufe implementiert.
Analysten reagieren auf Pipeline-Fortschritte
Die jüngsten operativen Fortschritte und die Aussicht auf eine erste Marktzulassung führten zu einer Neubewertung durch Marktexperten. Jonathan Miller, Analyst bei Evercore ISI, stufte die Aktie am 7. August von „In-Line“ auf „Outperform“ hoch und hob das Kursziel deutlich von 16 auf 24 US-Dollar an.
Im bisherigen Jahresverlauf zeigt das Papier eine positive Tendenz und verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von 34 %. Mit einem aktuellen Kurs von 10,44 € notiert der Wert dennoch rund 58 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 24,99 €, das im Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf umgerechnet 1,44 Milliarden Euro.
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