Intuit Aktie: 20 Prozent Absturz trotz Rekordgewinn

Trotz Rekordgewinn und angehobener Prognose bricht die Intuit-Aktie ein. Grund sind Stellenabbau und eine neue verbrauchsabhängige Preisstrategie.

Dr. Robert Sasse ·
Intuit Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordüberschuss von 3,06 Milliarden Dollar
  • Aktie verliert trotzdem 20 Prozent
  • Stellenabbau von 17 Prozent der Belegschaft
  • Neues Abrechnungsmodell startet im August

Rekordgewinne, angehobene Prognose – und die Aktie stürzt um 20 Prozent ab. Bei Intuit klaffen Fundamentaldaten und Marktreaktion weit auseinander. Mit einem Schlusskurs von 275,00 Euro notiert der Titel inzwischen 61 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch und tastet sich an die Jahrestiefs heran.

Der Auslöser: eine radikale strategische Neuausrichtung, die kurzfristig schmerzt, aber langfristig die Weichen neu stellen soll.

Ein Gewinnplus und trotzdem 20 Prozent Minus

Intuit lieferte für das dritte Fiskalquartal 2026 starke Zahlen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 12,80 Dollar über der Konsensschätzung von 12,48 Dollar. Der Rekordüberschuss von 3,06 Milliarden Dollar in einem Quartal und ein Umsatzplus von zehn Prozent auf 8,56 Milliarden Dollar sprachen eigentlich eine klare Sprache.

Doch die Anleger reagierten mit einem brutalen Ausverkauf. Das Handelsvolumen war mit 11 Millionen Aktien mehr als doppelt so hoch wie üblich. Der Grund: Intuit kappt gleichzeitig fast ein Fünftel seiner Belegschaft und stellt das gesamte Preismodell um.

Der August-Katalysator: Abrechnung nach Verbrauch

Der entscheidende Punkt für die weitere Entwicklung kommt im August. Dann startet Intuit ein neues Abrechnungsmodell auf Basis des tatsächlichen Verbrauchs – weg vom klassischen Flatrate-Abo, hin zu einer nutzungsabhängigen Preisgestaltung für KI-gestützte Dienstleistungen.

„Wir werden Preisanpassungen im oberen Portfolio-Bereich vornehmen, die den gestiegenen Kundennutzen widerspiegeln“, erklärte das Management in der Telefonkonferenz. Gleichzeitig führt das Unternehmen ein Konsummodell für KI- und Beratungsleistungen ein. Bereits heute stecken KI-Agenten in mehr als 50 Millionen Transaktionen pro Woche. Wer darauf setzt, dass Intuit diese Daten in höhere Erlöse pro Kunde ummünzen kann, bekommt im August einen ersten Belastungstest.

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Radikaler Stellenabbau und harte Einschnitte

Parallel zum neuen Preismodell verschlankt Intuit die Organisation. Rund 3.000 Vollzeitstellen fallen weg – das entspricht 17 Prozent der Belegschaft. Besonders betroffen: koordinationsintensive Rollen wie Produktmanager und Designer. Die Führungsebenen werden gestrafft, die Standorte Reno und Woodland Hills geschlossen.

Die Restrukturierungskosten beziffert Intuit auf 300 bis 340 Millionen Dollar, die größtenteils im laufenden Quartal anfallen. Für betroffene US-Mitarbeiter endet das Arbeitsverhältnis am 31. Juli – mit einer Abfindung von 16 Wochen Grundgehalt plus zwei Wochen pro Dienstjahr.

Wachstumsmotoren laufen noch

Neben den Einschnitten zeigt das operative Geschäft Stabilität. Credit Karma steigerte die Erlöse um 15 Prozent auf 631 Millionen Dollar, angetrieben von Privatkrediten, Autoversicherungen und Immobilienfinanzierung. QuickBooks Online Accounting wuchs um 22 Prozent. Die gehobenen Produkte QuickBooks Online Advanced und Intuit Enterprise Suite legten sogar um 38 Prozent zu.

Für das Gesamtjahr hebt Intuit die Prognose an: Der Umsatz soll auf 21,34 bis 21,37 Milliarden Dollar steigen – ein Plus von 13 bis 14 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird mit 23,80 bis 23,85 Dollar erwartet. Alles über den bisherigen Erwartungen.

Der RSI von 30,8 signalisiert stark überverkaufte Niveaus – das hat in der Vergangenheit oft eine technische Erholung eingeleitet. Ob es diesmal anders kommt, hängt vom August-Launch ab. Intuit hat zudem mehrjährige Partnerschaften mit Anthropic und OpenAI geschlossen, um deren Modelle in die eigenen Steuer- und Finanzplattformen zu integrieren.

Der nächste große Termin: der Investorentag am 17. September. Dann wird sich zeigen, ob die neue Verbrauchsabrechnung die Wende bringt – oder ob der Absturz noch nicht beendet ist.

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Intuit Aktie

275,00 EUR

+ 8,05 EUR +3,02 %
KGV 19,99
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 84,00 Mrd. EUR
ISIN: US4612021034 WKN: 886053

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