Intuit Aktie: 3.000 Stellen fallen weg

Intuit baut massiv Stellen ab und senkt Prognosen. Analysten stufen herab, doch Bewertungsmodelle sehen trotz Kursverlusten hohes Potenzial.

Dieter Jaworski ·
Intuit Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Stellenabbau von rund 17 Prozent
  • Preismodell-Umstellung verunsichert Analysten
  • Kurs seit Jahresbeginn mehr als halbiert
  • Bewertungsmodelle sehen deutliche Unterbewertung

Ein Jobabbau von 17 Prozent, Analysten-Downgrades und ein Kurssturz von fast zwei Dritteln binnen zwölf Monaten. Bei Intuit türmen sich gerade mehrere Baustellen gleichzeitig auf. Und trotzdem sehen einige Bewertungsmodelle im Papier eine der größten Fehlbewertungen im gesamten Softwaresektor.

Die Aktie schloss am Donnerstag bei 241,15 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 55,10 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 63,68 Prozent. Vom Rekordhoch aus dem Juli 2025 bei 706,80 Euro trennen das Papier mittlerweile 65,88 Prozent.

Der Umbau der Preisstrategie verunsichert Analysten

Die Investmentbanken Stifel und Goldman Sachs haben Intuit zuletzt herabgestuft. Der Grund: Der Softwarekonzern stellt sein Preismodell um, weg von starren Abos hin zu wertbasierter Bepreisung. Zusätzlich hat das Management seine langfristigen Wachstumsziele gesenkt.

Für Analysten wirft das eine zentrale Frage auf. Kann Intuit seine riesige Nutzerbasis mit dem neuen Preismodell tatsächlich besser monetarisieren? Zwei Geschäftsbereiche stehen dabei besonders im Fokus: das Wachstum von TurboTax und die Kreditbedingungen bei Credit Karma, wo eine schwächere Verbraucherlage zum Risiko werden könnte.

Radikaler Stellenabbau vor dem Quartalsabschluss

Intuit reduziert seine Belegschaft um etwa 17 Prozent. Rund 3.000 Mitarbeiter verlassen das Unternehmen. Die Restrukturierung schlägt mit Kosten zwischen 300 und 340 Millionen Dollar zu Buche, größtenteils im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026.

Das Management begründet den Schritt mit einer Umschichtung der Ressourcen. Ziel sind Wachstumsfelder wie künstliche Intelligenz und integrierte Plattformdienste. Der Markt bleibt dennoch skeptisch, ob interne Einsparungen ausreichen, um die aktuell sehr vorsichtige Bewertung des gesamten Softwaresektors zu drehen.

Bewertungsmodelle sehen deutliches Aufholpotenzial

Simply Wall St beziffert den fairen Wert der Aktie auf rund 560 Dollar. Das würde eine Unterbewertung von über 50 Prozent bedeuten. GuruFocus kommt mit seinem „GF Value“ sogar auf mehr als 812 Dollar, gestützt auf historische Multiplikatoren und erwartete Gewinne.

Der breite Softwaresektor kämpft 2026 insgesamt mit Gegenwind. Der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF (IGV) liegt seit Jahresbeginn rund 12 Prozent im Minus. Analysten von Guggenheim halten den Ausverkauf für übertrieben und verweisen darauf, dass viele Softwarewerte inzwischen zu Bewertungen handeln, die faktisch kein Wachstum mehr einpreisen.

Etwas Entlastung kam diese Woche von unerwarteter Seite. Die US-Arbeitsmarktdaten für Juni fielen mit 57.000 neuen Stellen deutlich schwächer aus als die erwarteten 110.000 bis 115.000. Schwächere Jobzahlen dämpfen die Erwartungen an aggressive Zinsschritte der Federal Reserve — für wachstumsorientierte Softwarewerte wie Intuit tendenziell ein günstigeres Umfeld.

Bei einem RSI von 44,4 und einer annualisierten Volatilität von knapp 53 Prozent bleibt die Aktie stark schwankungsanfällig. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei fast 44 Prozent — ein Hinweis darauf, wie tief der langfristige Trend inzwischen gedreht hat. Ob die Restrukturierung greift, dürfte sich frühestens mit den Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 zeigen.

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Intuit Aktie

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ISIN: US4612021034 WKN: 886053

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