IQM Quantum Computers Aktie: Börsengang-Altlast?
Der Umsatz wächst, doch hohe Mittelabflüsse und ausstehende Lieferungen prägen IQMs bestätigte Jahresprognose.

Kurz zusammengefasst
- Nettoverlust im dritten Quartal: 152,6 Millionen Euro
- Umsatzplus von 51 Prozent auf 8,9 Millionen Euro
- Neue Quartalsaufträge im Wert von 42,2 Millionen Euro
- Jahresumsatzziel hängt von Systemabnahme ab
IQM Quantum Computers weist heute einen hohen Quartalsverlust aus, der allerdings wesentlich durch einen nicht zahlungswirksamen Aufwand für die Börsennotierung geprägt ist. Der Nettoverlust im dritten Quartal beträgt 152,6 Millionen Euro.
Trotz steigender Umsätze und neuer Großaufträge reagiert die Aktie mit einer Tagesveränderung von -11%. Für Anleger zählt deshalb neben dem Wachstum vor allem, wie schnell IQM Aufträge in Umsatz und Liquidität umsetzen kann.
Hoher Verlust mit erheblichen Sondereffekten
Das ausgewiesene Ergebnis zeichnet nicht unverändert die laufende Geschäftsentwicklung nach. Der Aufwand für die Börsennotierung belastet den Verlust, ohne selbst einen entsprechenden Zahlungsmittelabfluss auszulösen. Damit ist die Unterscheidung zwischen Ergebnisbelastung und tatsächlichem Mittelverbrauch entscheidend.
Der Betriebsverlust erreichte im dritten Quartal 171,2 Millionen Euro. Darin enthalten waren 127,1 Millionen Euro nicht zahlungswirksamer Aufwand für die Börsennotierung sowie 13,5 Millionen Euro Transaktionskosten.
Auch ohne diese Belastungen arbeitet IQM weiterhin defizitär. Die Sondereffekte erklären somit einen wesentlichen Teil des ausgewiesenen Verlusts, beseitigen aber nicht den Finanzierungsbedarf des laufenden Geschäfts.
In den ersten neun Monaten flossen operativ netto 98,5 Millionen Euro ab. Ende September verfügte IQM über liquide Mittel von 260,4 Millionen Euro. Nach Einschätzung des Managements reicht die Liquidität voraussichtlich bis zum zweiten Quartal 2028.
Großauftrag stärkt die Umsatzbasis
Dem Mittelverbrauch steht ein wachsendes kommerzielles Geschäft gegenüber. Für die Bewertung ist dabei nicht allein das Volumen neuer Bestellungen wichtig. Entscheidend bleibt auch, wann Lieferungen und Projektfortschritte als Umsatz erfasst werden können.
Der Quartalsumsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51% auf 8,9 Millionen Euro. Die Bruttomarge lag bei 47%. Nach Unternehmensangaben stammte der Umsatz vollständig aus kommerziellen Verträgen.
Besonders großes Gewicht hatte der Auftrag für das Halocene-System bei CSCs LUMI AI Factory. Er stärkt die künftige Geschäftsbasis, ist wegen der vorgesehenen gestaffelten Lieferung aber kein kurzfristiger Umsatzersatz.
Insgesamt verbuchte IQM im Quartal neue Aufträge über 42,2 Millionen Euro. Davon entfielen 33 Millionen Euro auf den CSC-Vertrag. Die Lieferung dieses Systems ist in drei Stufen von 2027 bis 2029 geplant.
Zugleich verbreitert IQM seine Kundenbasis geografisch. Mit Eldorado in Brasilien gewann das Unternehmen seinen ersten Kunden in Südamerika. In Japan verkaufte es ein zweites Spark-System an TOYO.
Liefertermine entscheiden über die Prognose
Für das laufende Jahr bestätigte IQM seine Umsatzprognose von 42–47 Millionen Euro. Das Erreichen dieses Ziels hängt von der Lieferung und Kundenabnahme des ersten Systems mit 150 Qubits bis zum Jahresende ab.
Damit liegt das kurzfristige Risiko weniger im bloßen Vorhandensein von Aufträgen als in deren rechtzeitiger Umsetzung. Die mögliche Verschiebung der CESGA-Lieferung in Spanien auf Anfang des kommenden Jahres unterstreicht diese Terminabhängigkeit.
Auch die Prognose für den jährlichen Auftragseingang bleibt bei 65–75 Millionen Euro. Aus dem bestehenden Auftragsbestand sollen laut Management innerhalb der nächsten zwölf Monate 59,5 Millionen Euro als Umsatz erfasst werden.
Das wachsende Geschäft liefert IQM eine Grundlage für weitere Erlöse. Den hohen operativen Mittelverbrauch gleicht es bislang jedoch nicht aus. Für Anleger sind deshalb die anstehenden Lieferungen und Kundenabnahmen der konkrete Prüfstein für die bestätigten Jahresziele.
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