IREN Aktie: 29-Prozent-Sprung auf 33,12 Euro
IREN verzeichnet Kurssprung von 29 Prozent dank KI-Boom. 85 Prozent des Umsatzziels 2026 sind bereits vertraglich gesichert, inklusive Microsoft-Deal.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 29 Prozent
- 85 Prozent Umsatzziel gesichert
- Microsoft und Nvidia als Kunden
- Expansion nach Australien geplant
Die Aktie von IREN legte gestern um 29,17 Prozent auf 33,12 Euro zu und markierte damit einen der stärksten Tagesgewinne seit Monaten für den australischen Bitcoin-Miner und KI-Cloud-Anbieter. Auslöser war eine Aussage des Co-CEO Daniel Roberts: Die Nachfrage nach Rechenkapazität übersteige inzwischen das verfügbare Angebot deutlich.
Verträge sichern Umsatzziel ab
Nach Angaben von Roberts sind bereits 85 Prozent des für 2026 angepeilten Umsatzziels von 4 Milliarden Dollar vertraglich abgesichert – ein Ziel, das IREN zuvor von 3,7 Milliarden Dollar angehoben hatte. Grundlage dafür sind unter anderem Verträge über 2,8 Milliarden Dollar mit Microsoft, Nvidia, Perplexity und Figure AI. Kundenanzahlungen decken laut Unternehmensangaben zudem rund 45 Prozent der Kosten für benötigte Grafikprozessoren ab, was das Investitionsrisiko für IREN spürbar senkt.
An der Nasdaq schloss die Aktie am Donnerstag bei 38,26 Dollar, nachdem sie tags zuvor noch bei 29,31 Dollar gelegen hatte. Das gehandelte Volumen lag bei knapp 73 Millionen Aktien und damit deutlich über dem Durchschnitt von rund 53 Millionen Stück – ein Zeichen für das breite Anlegerinteresse an der Nachricht.
Fondsliquidation befeuert die gesamte Branche
Der Kursschub blieb nicht auf IREN beschränkt. Auch Wettbewerber wie CoreWeave und Nebius legten am Donnerstag um rund 30 Prozent zu. Hintergrund war die Übernahme eines rund eine Milliarde Dollar schweren KI-Infrastruktur-Portfolios durch den Hedgefonds Citadel. Verkäufer war der von Leopold Aschenbrenner geführte Fonds Situational Awareness, der wegen Nachschussforderungen liquidieren musste. Eine Offenlegung zum 31. März zeigte, dass der Fonds unter anderem 11,7 Millionen IREN-Aktien im Wert von damals rund 400 Millionen Dollar gehalten hatte.
Aufholjagd gegenüber der Konkurrenz
Trotz des kräftigen Sprungs bleibt IREN im Jahresvergleich hinter Branchenkollegen zurück. Während Wettbewerber wie TeraWulf und Cipher in diesem Jahr um 56 beziehungsweise 53 Prozent zulegten, notiert IREN mit einem Minus von 1,92 Prozent seit Jahresbeginn kaum verändert. Analysten sehen dennoch deutliches Aufholpotenzial: Die durchschnittlichen Kursziele liegen bei 75,18 Dollar und damit deutlich über dem jüngsten Nasdaq-Schlusskurs.
Milliardenprojekt in Australien
Parallel zur Kursrally treibt IREN seine Expansion voran. Die Rechenzentrumskapazität soll von zuletzt 480 Megawatt in diesem Jahr auf 1,2 Gigawatt im Jahr 2027 steigen – im Juli 2025 waren es lediglich 3 Megawatt gewesen. Zusätzlich plant das Unternehmen ein rund 10 Milliarden Dollar teures Rechenzentrum nahe der Ortschaft Bundey in South Australia, etwa 165 Kilometer nordöstlich von Adelaide. Mit einer geplanten Leistung von 800 Megawatt soll die Anlage zum größten Rechenzentrum Australiens werden und vollständig aus einem erneuerbaren Stromnetz versorgt werden. Das Projekt reiht sich in eine strategische Expansion Richtung Asien-Pazifik-Raum ein und unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, vom anhaltenden Boom bei KI-Infrastruktur zu profitieren.
Die kommenden Quartale dürften zeigen, ob IREN die vertraglich zugesagten Kapazitäten tatsächlich liefern kann. Sollte das gelingen, hätte der jüngste Kurssprung nach den Worten des Co-CEO durchaus fundamentale Substanz.
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