IREN Aktie: Goldman sieht nur noch 30 Dollar
Geringere Investitionspläne verkleinern IRENs Finanzierungslücke, doch Mittel für zusätzliche Kapazitäten sind teilweise noch offen.

Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs reduziert IRENs Kursziel
- Investitionsprognose für 2027 sinkt
- Sechs Milliarden US-Dollar Finanzierung bleiben offen
- Cantor Fitzgerald senkt Ziel, bleibt positiv
Goldman Sachs senkt heute das Kursziel für IREN und verweist auf Finanzierungs- und Umsetzungsrisiken. Damit rückt die Kapitalversorgung des KI-Ausbaus in den Mittelpunkt. Für IREN spricht die verkleinerte erwartete Finanzierungslücke, sofern das Unternehmen zusätzliche Mittel zu tragfähigen Konditionen beschaffen kann. Der weitere Ausbau hängt teilweise von den Marktbedingungen ab.
Die Bank bestätigt ihre neutrale Einstufung und reduziert das Kursziel von 50 auf 30 US-Dollar. Analyst Michael Ng begründet die Vorsicht mit den Risiken bei Finanzierung und Umsetzung. Die besseren Vertragspreise reichen Goldman Sachs damit nicht für eine Kaufempfehlung.
Kleinerer Kapitalbedarf, offene Finanzierung
Nach Einschätzung von Goldman Sachs sinkt die Investitionsprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf rund 20 Mrd. US-Dollar. Zuvor lag sie bei 25–30 Mrd. US-Dollar. Auch die erwartete Finanzierungslücke fällt dadurch geringer aus.
IREN begründet das reduzierte Ausbauprogramm mit den Bedingungen an den Finanzmärkten und nicht mit schwacher Nachfrage. Für Anleger ist entscheidend, ob sich der Ausbau mit den verfügbaren Mitteln planmäßig umsetzen lässt. Das geringere Investitionsvolumen entlastet die Kapitalbeschaffung, sofern es die vorgesehenen Inbetriebnahmen nicht zusätzlich verzögert.
Für das restliche Geschäftsjahr plant IREN Investitionen von rund 15 Mrd. US-Dollar. Davon sollen etwa 9 Mrd. US-Dollar aus Barmitteln, zugesagter GPU-Finanzierung und Kundenvorauszahlungen kommen. Weitere 6 Mrd. US-Dollar will das Unternehmen abhängig von den Marktbedingungen finanzieren.
Laut IREN betrifft dieser offene Finanzierungsbedarf zusätzliche Kapazität. Das Programm für die bereits vertraglich gebundene Ziel-Umsatzrate sei vollständig finanziert. Damit lässt sich der nächste operative Meilenstein auf einer abgesicherten Kapitalbasis verfolgen, sofern Lieferungen und Kundenabnahmen wie geplant erfolgen.
Vorauszahlungen stützen den Ausbau
Neue Vertragskonditionen helfen bei der Finanzierung der Hardware. Nach Quartalsende schloss IREN einen Fünfjahresvertrag zu rund 22 Mio. US-Dollar je Megawatt ab. Der Kunde zahlt dabei 90 Prozent der zugehörigen GPU-Investitionen im Voraus.
Solche Vorauszahlungen verringern den Betrag, den IREN zunächst selbst aufbringen muss. Zugleich berichtet das Unternehmen über bessere Vermietungspreise für seine Rechenhardware. Beides stärkt die wirtschaftliche Grundlage neuer Kapazitäten, sofern aus den Verträgen termingerecht abrechenbare Leistungen werden.
Der Auftragsbestand erreichte 20,3 Mrd. US-Dollar und stieg gegenüber dem Vorquartal um 22 Prozent. Rund zwei Drittel entfallen auf Kunden mit Investment-Grade-Bonität.
Die Kundenqualität stützt die Planbarkeit künftiger Erlöse, sofern IREN die vereinbarten Kapazitäten bereitstellt. Umsatzrealisierung und Zahlungseingänge hängen dabei auch von Inbetriebnahme und Kundenabnahme ab. Deshalb bleiben Baufortschritt und Kapitalbeschaffung eng miteinander verbunden.
Positive Empfehlungen mit niedrigeren Zielen
Auch Cantor Fitzgerald zieht heute Konsequenzen aus dem veränderten Zeitplan. Das Analysehaus senkt sein Kursziel von 99 auf 47 US-Dollar und hält an der übergewichteten Empfehlung fest. Es reduziert sowohl die EBITDA-Schätzung für 2028 als auch den angesetzten Bewertungsmultiplikator.
Die unterschiedlichen Empfehlungen markieren die zentrale Anlegerfrage: Wie viel Bewertungsspielraum verdient das vertraglich gesicherte Wachstum angesichts des Kapitalbedarfs? Cantor bleibt positiv, setzt aber einen deutlich niedrigeren Wert an. Goldman Sachs gewichtet die Finanzierungs- und Umsetzungsrisiken stärker.
Das gestern erläuterte Ziel von über 4 Mrd. US-Dollar annualisierter operativer Umsatzrate soll im Januar 2027 erreicht werden. Bei weiteren Lieferverzögerungen könnte es Ende Februar werden. Für die Bewertung zählen damit zwei überprüfbare Fortschritte: die Inbetriebnahme der gebundenen Kapazitäten und die Finanzierung des darüber hinaus geplanten Ausbaus.
Stand heute, 6. November: IREN – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in IREN investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 6. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.