IREN Aktie: Krise am Horizont?

Der Strategiewechsel von Bitcoin-Mining zu KI-Infrastruktur belastet IRENs Finanzen. Analysten senken Kursziele, sehen aber in der Inbetriebnahme von Sweetwater 1 einen Schlüsselmoment.

Eduard Altmann ·
IREN Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Cantor Fitzgerald senkt Kursziel um 26 Prozent
  • Umsatzrückgang durch Drosselung des Bitcoin-Minings
  • Sweetwater-1-Hub als wichtiger Meilenstein für Microsoft-Deal
  • Solide Liquidität trotz hohem Nettoverlust

Der Umbau von Bitcoin-Mining zu KI-Cloud-Infrastruktur kostet IREN gerade spürbar Geld — und Analysten-Vertrauen. Cantor Fitzgerald hat das Kursziel gestern um 26 Prozent auf 61 Dollar gesenkt. Analyst Brett Knoblauch hält zwar an seiner Kaufempfehlung fest, äußert aber Bedenken zur Geschwindigkeit bei der Vertragsabwicklung mit Hyperscalern und zum enormen Kapitalbedarf der neuen Strategie.

Quartalszahlen unter Druck

Die jüngsten Finanzergebnisse verdeutlichen, wie teuer der Strategiewechsel ist. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte IREN einen Umsatz von 184,7 Millionen Dollar — 18,6 Prozent unter dem Konsensschätzung von 226,9 Millionen Dollar und 23 Prozent weniger als im Vorquartal.

Der Rückgang hat einen konkreten Grund: Das Unternehmen hat die Bitcoin-Mining-Kapazitäten bewusst gedrosselt und die Ressourcen auf KI-Rechenleistung umgeleitet. Das drückte den Umsatz kurzfristig erheblich. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 155,4 Millionen Dollar, maßgeblich getrieben durch nicht zahlungswirksame Sonderposten — darunter ein Schuldenumwandlungsaufwand von 219,2 Millionen Dollar.

Canaccord Genuity und Macquarie haben ihre Kursziele ebenfalls in den vergangenen Monaten gesenkt, während der Markt den gesamten „Neocloud“-Sektor neu bewertet.

Sweetwater 1 als entscheidender Test

Heute richtet sich der Blick auf die bevorstehende Inbetriebnahme des Sweetwater-1-Hubs. Das 1,4-Gigawatt-Rechenzentrum gilt als Schlüsselprojekt für IRENs Vertrag mit Microsoft. Analysten sehen die Energetisierung der Umspannanlage als wichtigen Risikoabbau-Moment: Gelingt sie planmäßig im April 2026, wäre das ein Beleg dafür, dass IREN Infrastruktur im Versorgungsmaßstab tatsächlich betreiben kann.

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Parallel skaliert das Unternehmen seine GPU-Flotte auf 150.000 Einheiten bis Ende 2026, gestützt durch einen bestehenden Kaufvertrag für NVIDIA-B300-GPUs.

Finanzierung steht, Bewertung bleibt umstritten

Trotz der Verluste ist die Liquiditätslage solide. IREN verfügte per Januar 2026 über rund 2,8 Milliarden Dollar Cash. Zusätzlich sicherte sich das Unternehmen ein verzögertes Darlehen über 3,6 Milliarden Dollar — arrangiert von Goldman Sachs und JPMorgan — das 95 Prozent der Investitionskosten für die Microsoft-GPU-Deployments abdeckt.

Die Bewertungsfrage bleibt jedoch gespalten. Befürworter verweisen auf bereits gesicherte Vertragserlöse mit einer annualisierten Run-Rate von 2,3 Milliarden Dollar. Kritiker halten dagegen, dass die Aktie trotz des jüngsten Kursrückgangs auf rund 36,61 Dollar noch immer mit einem Aufschlag gegenüber dem Branchendurchschnitt beim vorausschauenden Kurs-Umsatz-Verhältnis gehandelt wird. Das selbst gesteckte Ziel von mehr als 3,7 Milliarden Dollar annualisierter KI-Cloud-Run-Rate bis Ende 2026 bleibt der zentrale Treiber für eine mögliche Kurserholung.

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IREN Aktie

48,80 USD

– 1,67 USD -3,30 %
KGV 68,75
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 18,92 Mrd. USD
ISIN: AU0000185993 WKN: A3C7R6

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