IREN Aktie: Trübere Aussichten…

IREN meldet sinkende Umsätze und Verluste, während der Milliardenvertrag mit Microsoft nur einen kleinen Teil der geplanten Kapazitäten abdeckt. Die Aktienbewertung hängt von der Umsetzung der Wachstumspläne ab.

Dr. Robert Sasse ·
IREN Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Quartalsumsatz und Bitcoin-Mining-Einnahmen sinken
  • Microsoft-Vertrag deckt nur 4,4 Prozent der Gesamtkapazität
  • Analysten senken Kursziele und sehen Verwässerungsrisiko
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

4,5 Gigawatt gesicherter Stromkapazität, ein Zehnjahresvertrag mit Microsoft im Wert von 9,7 Milliarden US-Dollar, 150.000 geplante NVIDIA-GPUs — und trotzdem streiten sich Analysten darüber, ob die Aktie ihren Preis wert ist. Das Kernproblem: Viel davon ist noch nicht verdient, sondern erst versprochen.

Zwischen Wachstumsversprechen und harten Zahlen

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen, wie weit IREN noch von seiner eigenen Wachstumsgeschichte entfernt ist. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal auf 184,7 Millionen US-Dollar — gegenüber 240,3 Millionen im Vorquartal. Der Nettoverlust lag bei 155,4 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig brach der Bitcoin-Mining-Umsatz um 28 Prozent ein, während der KI-Cloud-Bereich zwar um 137 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegte, aber noch immer weniger als zehn Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.

Das Unternehmen befindet sich mitten in einer Transformation: Das alte Geschäftsmodell verliert an Kraft, das neue hat noch nicht die nötige Größe erreicht.

Der Microsoft-Vertrag — Anker oder Anfang?

Der Fünfjahresvertrag mit Microsoft umfasst 200 Megawatt IT-Kapazität am Standort Childress, Texas, mit einem 20-prozentigen Vorauszahlungsanteil. Klingt bedeutend — ist es auch. Allerdings entsprechen diese 200 MW gerade einmal 4,4 Prozent der gesicherten Gesamtkapazität von 4,5 Gigawatt. Management selbst beschreibt das 3,4-Milliarden-Dollar-ARR-Ziel für Ende 2026 als „frühe Phase der Monetarisierung“ des gesamten Portfolios.

Die Ambition ist also real. Nur: Die Lücke zwischen gesicherter Infrastruktur und tatsächlich generiertem Umsatz ist noch erheblich.

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Analysten uneinig, Dilutionsrisiko präsent

Die Bandbreite der Analystenmeinungen spiegelt die Unsicherheit wider. Compass Point hält an einem Kursziel von 105 US-Dollar fest und verweist auf die Stromkapazitäten als strukturellen Vorteil. Cantor Fitzgerald bleibt zwar bei „Overweight“, senkte das Kursziel jedoch deutlich von 136 auf 82 US-Dollar.

Ein weiterer Belastungsfaktor ist das 6-Milliarden-Dollar-ATM-Aktienprogramm. Wird ein Großteil davon zur Finanzierung des Microsoft-Ausbaus genutzt, droht erhebliche Verwässerung — ein Risiko, das Leerverkäufer bereits aktiv einpreisen.

Umsetzung entscheidet

Die Aktie notiert aktuell rund 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 66,51 Euro, hat sich aber seit dem Tief im April 2025 deutlich erholt. Die Bewertung hängt nun davon ab, wie schnell IREN die GPU-Deployments im zweiten Halbjahr 2026 umsetzt, wie viel des Eigenkapitalprogramms tatsächlich gezogen wird und ob der Microsoft-Vertrag in planmäßige, wiederkehrende Erlöse mündet. Mit der bevorstehenden Inbetriebnahme des Sweetwater-Campus und dem Hochlauf der B300-GPUs stehen konkrete Meilensteine an, an denen sich die Wachstumsthese messen lassen muss.

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