iShares MSCI Global Semiconductors ETF: 3,3% Sturz auf Inflationsschock
Zinssorgen und Zweifel an KI-Ausgaben belasten den Halbleitersektor, während der ETF seit Jahresbeginn weiterhin 85 Prozent gewonnen hat.
Kurz zusammengefasst
- ETF verliert 3,3 Prozent auf 17,67 Euro
- US-Inflation steigt im September auf 3,7 Prozent
- Philadelphia Semiconductor Index mit sechster Verlustsitzung
- Seit Jahresbeginn liegt der ETF 85 Prozent vorn
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc hat gestern einen Rückgang von 3,3 Prozent verzeichnet und schloss bei 17,67 Euro. Damit setzt sich eine Verlustserie fort, die den gesamten Halbleitersektor seit Tagen im Griff hält.
Inflationsdaten lösen Verkaufswelle aus
Auslöser der Talfahrt ist keine unternehmensspezifische Nachricht, sondern ein makroökonomischer Schock: Die US-Inflationsrate für September stieg laut Reuters und Bloomberg auf 3,7 Prozent im Jahresvergleich, nach 3,4 Prozent im August und über den Erwartungen der Ökonomen von 3,6 Prozent.
Die höher als erwartet ausgefallenen Daten nährten Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve und trieben die Anleiherenditen nach oben. Für hochbewertete Technologie- und KI-Werte, zu denen auch Halbleiterhersteller zählen, bedeutet das steigenden Finanzierungsdruck.
Die Folgen zeigten sich quer durch die Lieferkette. Der Philadelphia Semiconductor Index fiel am Mittwoch um 3,1 Prozent und verbuchte damit die sechste Verlustsitzung in Folge. In Asien traf es die Branche laut Agenturberichten noch härter: Samsung Electronics verlor 9,7 Prozent, SK Hynix 11,1 Prozent und Tokyo Electron 7,5 Prozent. Taiwan Semiconductor Manufacturing gab vor der Vorlage seiner Quartalszahlen 1,8 Prozent ab.
Zweifel an KI-Investitionen verstärken den Abverkauf
Zur Nervosität trägt neben den Zinssorgen auch eine Debatte über die Rentabilität milliardenschwerer KI-Investitionen bei. Broadcom-Chef Hock Tan äußerte sich kritisch zu den Erträgen mancher KI-Ausgaben und verglich laut Axios bestimmte Investitionsflüsse in den Sektor mit „Casino-Glücksspiel“. Hinzu kommen Berichte über technologische Fortschritte des chinesischen Speicherchip-Herstellers ChangXin Memory Technologies, die laut Reuters Wettbewerbsängste schüren und besonders speicherchipnahe US-Werte belasten.
Diese Gemengelage aus Zinssorgen, KI-Bewertungszweifeln und chinesischer Konkurrenz erklärt, warum der Ausverkauf nicht auf einzelne Titel beschränkt bleibt, sondern den gesamten Sektor erfasst – und damit auch den breit gestreuten Halbleiter-ETF trifft, der die großen Chiphersteller weltweit abbildet.
Charttechnisch angeschlagen, aber Jahresgewinn bleibt deutlich
Trotz der jüngsten Schwäche steht der ETF seit Jahresbeginn noch immer mit 85 Prozent im Plus. Der Kurs notiert damit weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt, auch wenn die kurzfristige Dynamik gelitten hat. Anleger blicken nun gespannt auf die anstehenden Quartalszahlen von Taiwan Semiconductor Manufacturing, die als nächster wichtiger Stimmungstest für den gesamten Sektor gelten.
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