iShares MSCI World ETF: 1.723 Dollar aus 1.000
URTH überzeugt über fünf Jahre mit höherem Anlagewert und geringerem Rückgang, kostet aber mehr und ist stark auf US-Aktien konzentriert.
Kurz zusammengefasst
- URTH mit höherer Kostenquote
- SCHE bietet größere Titelauswahl
- URTH erzielt bessere Fünfjahresrendite
- Schwellenmarkt-ETF schwankt stärker
Der iShares MSCI World ETF (URTH) steht im direkten Vergleich mit Schwabs Emerging-Markets-Produkt SCHE erneut auf dem Prüfstand – und die Zahlen zeichnen ein gemischtes Bild für Anleger, die zwischen breiter Industrieländer-Abdeckung und Schwellenmarkt-Wachstum wählen müssen.
Höhere Gebühren, höhere Konzentration
Nach Daten vom 27. August liegt die Kostenquote des URTH bei 0,24 Prozent, während der Schwab-Konkurrent SCHE nur 0,06 Prozent verlangt. Der World-ETF bündelt 1.281 Titel, von denen mehr als 60 Prozent auf US-Unternehmen entfallen – eine Konzentration, die den Index anfällig für Bewegungen im heimischen Technologiesektor macht. SCHE bringt es dagegen auf 2.222 Positionen, angeführt von TSMC mit einem Anteil von 16,86 Prozent.
Bei der Wertentwicklung über ein Jahr lagen beide Produkte nahe beieinander: 20,9 Prozent für den URTH gegenüber 21,8 Prozent für SCHE. Die Dividendenrendite fällt beim World-ETF mit 1,4 Prozent aber deutlich niedriger aus als beim Emerging-Markets-Pendant mit 2,6 Prozent.
Entscheidender für langfristig orientierte Anleger dürfte die Fünf-Jahres-Betrachtung sein: Aus einer Anlage von 1.000 Dollar wurden beim URTH 1.723 Dollar, beim SCHE dagegen nur 1.391 Dollar.
Der World-ETF zeigte zudem einen geringeren maximalen Drawdown von 26,1 Prozent gegenüber 31,4 Prozent beim Schwellenmarkt-Produkt – ein Hinweis darauf, dass die stärkere US-Gewichtung in Stressphasen offenbar stabilisierend wirkt, auch wenn sie im Alltag die Diversifikation einschränkt.
Makro-Gegenwind belastet Risikoaktiva
Der Vergleich fällt in eine Woche, in der globale Aktienmärkte unter Druck gerieten. Ein überraschend heißer US-Erzeugerpreisindex für August ließ den S&P-500-nahen ETF IVV am Donnerstag den vierten Verlusttag in Folge verzeichnen.
Schwellenmarkt-ETFs traf es noch härter: Der EEM verlor an diesem Tag 2,16 Prozent, mit besonders scharfen Rückgängen in Taiwan und Südkorea. Gleichzeitig kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf ein Mehrjahreshoch nahe 4,96 Prozent, während Brent-Rohöl die Marke von 107 Dollar je Fass überschritt.
Der Analyst Stan Wong verwies am Donnerstag darauf, dass starke Unternehmensgewinne die Aktienmärkte zwar weiterhin stützten, der Bewertungsspielraum jedoch schrumpfe. Höhere Ölpreise und steigende Anleiherenditen belasteten den Inflationsausblick, während der Fokus vor der Fed-Sitzung Mitte September wieder auf möglichen Zinsschritten liege.
Kursbild bleibt uneinheitlich
Der URTH schloss am Freitag bei 207,69 US-Dollar, ein Plus von 0,9 Prozent zum Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Minus von 1,0 Prozent zu Buche, über 30 Tage von 1,3 Prozent.
Der RSI von 49,3 signalisiert einen neutralen Markt ohne klare Überkauft- oder Überverkauft-Signale, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 10 Prozent auf ein vergleichsweise ruhiges Umfeld hindeutet.
Für Anleger bleibt die Kernfrage bestehen: Wer auf geringere Schwankungsbreite und eine belastbare Historie setzt, findet im URTH trotz höherer Kosten und starker US-Lastigkeit weiterhin ein solides Fundament. Wer dagegen auf Wachstumschancen in Schwellenländern setzt, muss höhere Drawdowns und geringere Diversifikationsvorteile der US-Konzentration in Kauf nehmen.
iShares MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue iShares MSCI World ETF-Analyse vom 12. September liefert die Antwort:
Die neusten iShares MSCI World ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für iShares MSCI World ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
iShares MSCI World ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...