iShares MSCI World ETF: Morningstar vergibt Gold-Rating
Der iShares MSCI World ETF erhält von Morningstar die Bestnote, profitiert von starken Industrieländern und steht vor Index-Anpassungen.

Kurz zusammengefasst
- Gold-Rating von Morningstar erhalten
- Fonds profitiert von Industrieländer-Rallye
- Technologiewerte-Konzentration birgt Risiken
- Günstigere ETF-Alternative mit breiterer Streuung
Ein tiefer Graben trennt derzeit die Weltbörsen. Auf der einen Seite stehen die Industrieländer mit kräftigen Kursgewinnen, auf der anderen die Schwellenländer im Rückwärtsgang. Der iShares MSCI World ETF profitiert von genau dieser Spaltung — und Morningstar belohnt das mit der höchsten Vertrauensstufe der Agentur.
Zwei Welten, ein Gewinner
Die Zahlen zeigen die Kluft deutlich. Japans Nikkei 225 legte um 33,6 Prozent zu, der kanadische TSX gewann 11,2 Prozent, der S&P 500 kletterte um 9,8 Prozent. Schwellenländer erlebten das Gegenteil: Indiens BSE Sensex brach um 8,9 Prozent ein, auch Chinas Shanghai Composite und der Hang Seng in Hongkong rutschten ab.
Der Grund liegt in der Konstruktion des Fonds selbst. URTH bildet ausschließlich Aktien aus entwickelten Märkten ab. Die Schwäche der Schwellenländer geht am Fonds komplett vorbei — stattdessen nimmt er die Gewinne von Tokio bis New York mit.
Am Dienstag schloss der ETF bei 203,69 US-Dollar. Das liegt nur 3,96 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 212,08 US-Dollar, das der Fonds Anfang Juni erreicht hatte. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 9,21 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sind es sogar 21,16 Prozent.
Die Bestätigung von Morningstar
Diese Stärke hat Morningstar überzeugt. Ende Juni vergab die Ratingagentur das Gold-Rating an URTH — die höchste Vertrauensstufe, die sie ausstellt.
Auch die technischen Indikatoren passen zum Bild eines stabilen, aber nicht überhitzten Aufwärtstrends. Der RSI-Wert liegt bei 54,7 und signalisiert neutrales bis leicht positives Momentum. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität bewegt sich bei moderaten 15,18 Prozent, trotz der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten.
Drei offene Fragen bleiben
Die Ratingfreude blendet nicht darüber hinweg, dass Risiken bestehen. Der nächste vierteljährliche Rebalance des MSCI-Index rückt näher. Er dürfte den Blick auf drei Punkte lenken: Hält die Fokussierung auf entwickelte Märkte weiter Schutz vor dem Abwärtssog der Schwellenländer? Wie riskant ist die starke Gewichtung von Technologiewerten? Und rechtfertigt die Kostenstruktur den Aufpreis gegenüber günstigeren Alternativen?
Ein kurzer Rücksetzer Mitte Juli liefert dazu einen Fingerzeig. Vom Intraday-Hoch bei 204,50 US-Dollar am 10. Juli ging es leicht bergab — ein moderater Ausverkauf. Er zeigt aber, wie stark Bewegungen bei wenigen großen US-Technologiewerten den gesamten Fonds durchschütteln können.
Der günstigere Konkurrent
Im Wettbewerb positioniert sich der iShares-Fonds als teurere, aber liquiditätsstarke Wahl. Der State Street SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF (SPGM) bietet einen echten Kontrast dazu: Er deckt neben entwickelten Märkten auch Schwellenländer und kleinere Marktkapitalisierungen ab.
Die Kostenquote von SPGM liegt bei 0,09 Prozent — deutlich unter den 0,24 Prozent des iShares-Produkts. Die Dividendenrendite von SPGM übertrifft die von URTH um 0,40 Prozentpunkte.
Der 50-Tage-Durchschnitt von URTH liegt bei 201,78 US-Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 189,75 US-Dollar. Der Fonds notiert damit klar über beiden Linien — ein technisches Signal für den intakten Aufwärtstrend. Ob die Konzentration auf entwickelte Märkte und Technologiewerte beim nächsten Index-Rebalance zur Belastung wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen.
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