ITM Power: 166,50 Pence — neues 52-Wochen-Hoch
Die Aktie von ITM Power eilt den Kurszielen der Analysten weit voraus. Trotz Rekordumsätzen und vielversprechender Projekte bleibt das Unternehmen unprofitabel.

Kurz zusammengefasst
- Kurs weit über Analystenzielen
- Privatanleger verkaufen massiv
- Rekordumsatz bei anhaltenden Verlusten
- Chronos und Rheinmetall als Treiber
Ein britischer Wasserstoffspezialist mit Marktkapitalisierung von knapp über einer Milliarde Pfund schlägt gerade Schwergewichte wie Rolls-Royce und Shell aus dem Feld — zumindest was die Aufmerksamkeit der Privatanleger angeht. ITM Power hat in den vergangenen Monaten eine der auffälligsten Neubewertungen im britischen Grünenergie-Sektor hingelegt. Das Problem: Die Analysten ziehen nicht mit.
Analysten weit abgehängt
Der Abstand zwischen Kurs und Kursziel ist selten so groß gewesen. Der Durchschnitt der Analystenziele liegt bei 98,64 Pence. Das ist weit unter dem aktuellen Handelsniveau. UBS etwa hält an einem Ziel von 60 Pence fest — ein klares Signal, dass die Bewertung aus Sicht der Bank den Fundamentaldaten davongelaufen ist.
Elf Analysten beobachten die Aktie. Sieben empfehlen den Kauf, vier raten zum Halten, einer zum Verkauf. Das Konsensrating lautet formal „Kaufen“. Die Kursziele erzählen eine vorsichtigere Geschichte.
Privatanleger nehmen Gewinne mit
Die Rally von rund 30 Pence im Mai 2025 auf über 150 Pence hat viele Privatanleger zum Verkauf bewogen. Auf der Plattform AJ Bell führte ITM Power zeitweise die Verkaufsliste an — fast jeder fünfzigste Verkaufsauftrag entfiel auf die Aktie. An einem einzelnen Handelstag wechselten 13,2 Millionen Aktien den Besitzer. Das war 168 Prozent über dem Tagesdurchschnitt. Der Kurs rutschte dabei auf 143,30 Pence.
Verbessertes Geschäft, anhaltende Verluste
Operativ läuft es besser als je zuvor. ITM Power meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund. Davon entfielen 15,5 Millionen Pfund auf Geräteverkäufe. Den Rest steuerten Ingenieursstudien, Ersatzteile und Wartungsverträge bei.
Das Management hob die Jahresprognose auf bis zu 43 Millionen Pfund an. Das Auftragsbuch umfasst 152 Millionen Pfund — und 71 Prozent davon gelten inzwischen als profitabel. Das zeigt, wie konsequent das Unternehmen Altverträge mit schlechten Margen abbaut.
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Profitabel ist ITM Power trotzdem nicht. Der operative Verlust dürfte bei rund 30 Millionen Pfund landen. Das Unternehmen verbrennt weiter Kapital. Analysten von Zeus Capital verweisen jedoch auf fast 198 Millionen Pfund an liquiden Mitteln — ein komfortables Polster.
Chronos und Rheinmetall als Wachstumshebel
Zwei Projekte treiben die Bullen-These. Erstens: die neue Elektrolyseur-Plattform Chronos. Sie liefert zwei Megawatt pro Einheit — dreimal so viel wie das aktuelle Trident-System. Die Kosten sollen um 40 Prozent sinken. Die Entscheidung über die Produktionslinie in Sheffield will das Management unmittelbar nach einer Subventionsentscheidung im Juni treffen. Ziel ist eine Kapazität von einem Gigawatt bis 2028.
Zweitens: eine Partnerschaft mit Rheinmetall. Gemeinsam arbeiten beide Unternehmen am sogenannten Giga-PtX-Projekt. Es sieht mehrere Hundert Anlagen in Europa vor, jede mit bis zu 50 Megawatt Elektrolysekapazität — für die dezentrale Produktion synthetischer Kraftstoffe für NATO-Streitkräfte.
Im zivilen Bereich hat ITM in Deutschland Vereinbarungen mit RWE und der Stablegrid Group über Projekte mit mehr als 710 Megawatt gesichert.
Morgan Stanley gegen den Rest
Morgan Stanley sieht einen Weg zum operativen Break-even bis zum Geschäftsjahr 2028 — ein Jahr früher als der Markt erwartet. Niedrigere angenommene Kapitalkosten und ein verbessertes Risikoprofil stützen diese Einschätzung. Die meisten anderen Analysten teilen diesen Optimismus nicht.
Das Juni-Update — inklusive der Subventionsentscheidung für Sheffield — wird zeigen, wer die Lage richtig eingeschätzt hat. Fällt die Förderung positiv aus, könnte Chronos zum konkreten Beweis werden, dass die Rally mehr als Stimmung war.
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