ITM Power Aktie: 13,64 Prozent Minus in sieben Tagen
Britische Regierung investiert Millionen in ITM Power, doch die Aktie fällt weiter. Der Jahresbericht im August soll Klarheit über die operative Wende bringen.

Kurz zusammengefasst
- Staat hält nun 10,4 Prozent an ITM Power
- 46,5 Millionen Pfund für neue Wasserstoff-Fabrik
- Aktie fällt trotz Fördergeldern auf 1,15 Euro
- Jahreszahlen im August mit Spannung erwartet
Der britische Staat steigt bei ITM Power ein. Fast 47 Millionen Pfund Fördergelder fließen für eine neue Wasserstoff-Fabrik. Trotzdem fällt die Aktie weiter — ein Widerspruch, der Anleger derzeit ratlos macht.
Die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten aus Sheffield notiert aktuell bei 1,15 Euro. Allein heute verlor das Papier 2,88 Prozent. Binnen sieben Handelstagen summiert sich der Rückgang auf 13,64 Prozent — trotz einer Reihe positiver Nachrichten aus der Unternehmenszentrale.
Der Staat als neuer Großaktionär
Diesen Monat vollzog sich ein bemerkenswerter Wandel in der Aktionärsstruktur von ITM Power. Über die staatliche Beteiligungsgesellschaft Great British Energy hält die britische Regierung nun rund 10,4 Prozent am Unternehmen. Eine Kapitalspritze von 40 Millionen Pfund steckt dahinter, mit der London den Elektrolyseur-Hersteller fest in seine nationale Energiewende-Strategie einbindet.
Dazu kommt ein zweiter, noch größerer Batzen Geld. Das Department for Energy Security and Net Zero bewilligte offiziell einen Zuschuss von 46,5 Millionen Pfund. Das Kapital ist zweckgebunden: Es finanziert die Industrialisierung der „Chronos“-Elektrolyseur-Plattform, konkret eine neue automatisierte Fertigungslinie mit einer Jahreskapazität von einem Gigawatt. Das Management bezeichnet das Projekt als Wendepunkt für die Skaleneffekte im Bereich grüner Wasserstoff.
Warum der Kurs trotzdem abrutscht
Operativ läuft es also rund für ITM Power. Neben der Staatsbeteiligung und dem Fördergeld kam zuletzt eine Forschungskooperation mit DB Systemtechnik hinzu. An der Börse zeigt sich davon wenig — im Gegenteil.
Die technischen Indikatoren spiegeln die Nervosität wider. Der 14-Tage-RSI ist auf 35,6 gefallen und nähert sich damit der Marke, ab der Titel als überverkauft gelten. Gleichzeitig testet die Aktie ihren 200-Tage-Durchschnitt bei 1,09 Euro — eine Linie, die langfristig orientierte Investoren traditionell als Signal für die Stabilität des Trends beobachten.
Diese Diskrepanz zwischen operativen Erfolgsmeldungen und fallendem Kurs wirft Fragen auf. Möglicherweise preisen Anleger bereits Unsicherheiten ein, die erst mit den nächsten Geschäftszahlen greifbar werden.
Blick auf die Jahreszahlen im August
Der Markt richtet den Blick nun auf den Jahresabschluss zum 30. April 2026, der im August 2026 veröffentlicht wird. Zwei Punkte stehen im Zentrum des Interesses: der Auftragsbestand, der Anfang des Jahres bei 152 Millionen Pfund lag, und der Fortschritt beim „Hydropulse“-Modell, bei dem ITM Power Anlagen selbst baut und betreibt.
Der Bericht soll zudem Klarheit über den Weg zur operativen Gewinnschwelle bringen. Analysten von Morgan Stanley sehen zwar Chancen auf eine schnellere Profitabilität bereits im Geschäftsjahr 2028. Die kurzfristige Kursschwäche deutet jedoch darauf hin, dass Anleger noch Unsicherheit über das Auslaufen alter Verträge und die Auslastung der Fertigung in Sheffield sehen.
Auf Jahressicht steht die Aktie trotz allem noch mit 58,40 Prozent im Plus. Der Abstand zum Mai-Hoch von 2,58 Euro zeigt aber, wie viel Vertrauen der Markt seit dem Frühjahr wieder eingebüßt hat. Der Bericht im August dürfte zeigen, ob die staatliche Rückendeckung tatsächlich in belastbare Zahlen mündet.
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