ITM Power Aktie: 15-Prozent-Wochenverlust trotz DB-Deal
ITM Power verzeichnet trotz neuer Kooperation mit der Deutschen Bahn und einem Boardwechsel einen Wochenverlust von 15 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Oleg Williamson ersetzt Linde-Vertreter im Board
- Forschungspartnerschaft mit DB Systemtechnik vereinbart
- Aktie verliert in einer Woche 15 Prozent
- Kurs liegt 40 Prozent unter dem Monatshoch
Ein neuer Boardvertreter, eine Kooperationsvereinbarung mit der Deutschen Bahn — und trotzdem ein Wochenverlust von gut 15 Prozent. Bei ITM Power klaffen Nachrichten und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.
Linde schickt einen neuen Mann
Seit dem 24. Juni sitzt Oleg Williamson im Aufsichtsgremium von ITM Power. Er löst Matthias von Plotho ab, der seit Januar 2025 als nominierter Vertreter des Großaktionärs Linde im Board saß und zum selben Datum zurücktrat.
Williamson kam 2022 zu Linde als Executive Director und Assistant Treasurer. Davor bekleidete er leitende Positionen im Konzerntreasury großer Industrieunternehmen auf drei Kontinenten. ITM Power teilte außerdem mit, dass er zum Zeitpunkt der Bekanntmachung keine Aktien des Unternehmens hält.
Für Anleger ist das eine Governance-Meldung — kein Auftrag, kein Umsatz, keine neue Finanzierung. Relevant bleibt die Personalie dennoch: Linde hält seinen Boardsitz und schickt nun jemanden mit ausgeprägtem Finanzprofil. Das signalisiert, dass der Industriegaskonzern seine strategische Beteiligung an ITM Power aktiv begleitet.
Deutsche Bahn als Testfeld
Einen Tag vor der Boardmeldung gab ITM Power eine Kooperation mit DB Systemtechnik bekannt. Beide Seiten unterzeichneten eine Absichtserklärung für eine Forschungspartnerschaft. Den Auftakt bildet eine gemeinsame FEED-Studie — ein vorbereitendes Ingenieursgutachten, das technische Konfiguration, Standortintegration und kommerzielle Rahmenbedingungen für den Einsatz von ITM-Elektrolyseuren an Deutschen-Bahn-Standorten prüfen soll.
Das Ziel: grüner Wasserstoff für Schienenverkehr, Mobilitätslösungen und Energieversorgung kritischer Infrastruktur. Die Partnerschaft baut auf einer Vereinbarung auf, die ITM Power und Deutsche Bahn bereits im März 2025 geschlossen hatten.
Verbindliche Aufträge oder Umsatzzusagen enthält die Meldung nicht. Es bleibt ein erster Schritt.
Kurs unter Druck
Der Freitagsschluss bei 1,30 Euro bedeutete ein Tagesplus von gut einem Prozent — aber das reichte nicht, um die Woche zu retten. Über sieben Tage verlor die Aktie rund 15 Prozent. Über 30 Tage summiert sich das Minus auf mehr als 40 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 2,58 Euro, das die Aktie Ende Mai markierte, ist der Kurs inzwischen fast halbiert. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,76 Euro liegt deutlich über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 36,6 zeigt geschwächte Dynamik, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 99 Prozent unterstreicht, wie ruppig der Handel im Wasserstoffsegment derzeit ist.
Immerhin: Gegenüber dem Jahrestief von 0,65 Euro im Februar hat sich die Aktie verdoppelt — und seit Jahresbeginn steht noch ein Plus von rund 79 Prozent.
Was als nächstes zählt
ITM Power lieferte in dieser Woche sowohl eine Governance- als auch eine Partnerschaftsmeldung. Der Markt quittierte beides mit einem deutlichen Wochenminus. Das zeigt, wie hoch die Messlatte liegt: Absichtserklärungen und Boardwechsel bewegen den Kurs nicht nachhaltig nach oben. Konkrete Projektfortschritte, Bestellungen oder eine aktualisierte Finanzprognose wären nötig, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Die FEED-Studie mit DB Systemtechnik könnte dafür ein erster Datenpunkt werden — sobald Ergebnisse vorliegen.
ITM Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ITM Power-Analyse vom 27. Juni liefert die Antwort:
Die neusten ITM Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ITM Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ITM Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...