ITM Power Aktie: 7,58 Prozent Minus auf 1,44 Euro
Nach der Rallye setzen Anleger auf Gewinnmitnahmen, während Analysten uneins über die Zukunft des Wasserstoffkonzerns sind.

Kurz zusammengefasst
- Indexaufnahme löst Verkaufsdruck aus
- Goldman Sachs rät zum Verkauf
- Staatliche Förderung in Millionenhöhe
- Umsatzprognose wurde angehoben
Ein Kursplus von über 200 Prozent in wenigen Monaten weckt Begehrlichkeiten. Bei ITM Power folgte auf die euphorische Frühjahrsrally nun der harte Realitätscheck. Spekulanten nehmen im großen Stil Gewinne mit. Die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten verliert massiv an Boden.
Die Falle im Nebenwerte-Index
Anfang Juni stieg ITM Power in den MSCI UK Small Cap Index auf. Das zwingt passive Indexfonds zum Kauf der Papiere. Clevere Marktteilnehmer hatten sich genau für dieses Ereignis positioniert. Sie luden ihre Aktien nun bei den gezwungenen Käufern ab. Die Folge: massiver Verkaufsdruck.
Parallel dazu bremst die US-Investmentbank Goldman Sachs die Fantasie. Die Analysten bestätigen ihre Verkaufsempfehlung. Sie sehen das Kursziel bei mageren 63 Pence. Das Management habe den Weg in die Profitabilität noch nicht ausreichend bewiesen. Morgan Stanley hält dagegen und traut dem Papier 170 Pence zu.
Millionen vom Staat
Operativ lief es zuletzt deutlich besser. Im April sicherte sich das Unternehmen staatliche Unterstützung aus Großbritannien. Insgesamt fließen 86,5 Millionen Pfund in die Kassen. Das Geld stammt teilweise von Great British Energy. Damit baut ITM Power eine neue automatisierte Fertigungslinie für seine Chronos-Elektrolyseure auf.
Bereits im Februar hob der Vorstand die Umsatzprognose an. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Management nun mit bis zu 43 Millionen Pfund. ITM Power profitiert von neuen Verträgen und einer starken Projektabwicklung. Mit dem Modell „Hydropulse“ will der Konzern künftig eigene Anlagen betreiben. Das sichert langfristige, wiederkehrende Einnahmen.
Trotz der operativen Fortschritte dominiert an der Börse der Abwärtstrend. Allein heute fällt der Kurs um 7,58 Prozent auf 1,44 Euro. Damit hat die Aktie in nur zwei Wochen fast ein Drittel ihres Wertes verloren.
Der kurzfristige Aufwärtstrend ist nun offiziell gebrochen. Der Kurs rutschte deutlich unter den 50-Tage-Durchschnitt von 1,67 Euro. Fängt sich das Papier auf diesem Niveau nicht, rückt die 200-Tage-Linie als nächste charttechnische Unterstützung in den Fokus.
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