ITM Power Aktie: 86,5 Millionen Pfund für Chronos-Fertigung
ITM Power nimmt Elektrolyseanlage in Lingen in Betrieb und erhält britische Förderung. Analysten heben Kursziele an, die Aktie gibt dennoch nach.

Kurz zusammengefasst
- Erster Wasserstoff aus Lingen
- Britische Förderung für Fertigung
- Berenberg erhöht Kursziel
- Aktie trotz Jahresplus schwach
ITM Power hat Anfang August den Produktionsstart im Elektrolyseprojekt GET H2 Nukleus vermeldet. Aus der von RWE betriebenen Elektrolyseanlage in Lingen floss erstmals grüner Wasserstoff über eine rund 120 Kilometer lange Pipeline zum Chemiepark Marl, wo Evonik als Abnehmer fungiert. ITM Power und Linde Engineering liefern für das Projekt zwei Anlagen mit jeweils 100 Megawatt Leistung an RWE.
Zwei Analysehäuser reagieren mit höheren Kurszielen
Die Nachricht aus Deutschland fiel zeitlich mit einer weiteren Entwicklung zusammen: ITM Power sicherte sich eine britische Förderzusage von rund 86,5 Millionen Pfund für die Chronos-Fertigung.
Berenberg reagierte darauf am Freitag vergangener Woche mit einer Anhebung des Kursziels von 100 auf 110 Pence bei bestehender Kaufempfehlung. JPMorgan hatte sein Kursziel bereits zuvor von 60 auf 80 Pence angehoben, allerdings bei neutraler Einstufung – ein deutlich vorsichtigerer Ton als bei Berenberg.
Die Kombination aus operativem Meilenstein und staatlicher Förderung hätte eigentlich für Rückenwind sorgen können. Tatsächlich zeigte sich der Kurs zuletzt jedoch schwach: Am Freitag schloss die Aktie bei 1,27 Euro und damit 3,1 Prozent tiefer, nachdem Marktbeobachter die Schwäche zuvor bereits mit der britischen Fördermeldung in Verbindung gebracht hatten.
Eine über die eigene Unternehmensmitteilung vom 4. August hinausgehende Erklärung für den Kursrückgang ließ sich der Berichterstattung nicht entnehmen.
Kurs bleibt trotz starkem Jahresverlauf unter Druck
Der Rückschlag relativiert sich allerdings vor dem Hintergrund der Jahresentwicklung: Seit Jahresbeginn steht die Aktie noch immer mit 75 Prozent im Plus. Die kurzfristige Schwäche wirkt damit eher wie eine Verschnaufpause nach einer kräftigen Rally als wie eine fundamentale Trendwende – zumal weder das Lingen-Projekt noch die britische Förderzusage inhaltlich infrage gestellt wurden.
Anleger dürften nun auf konkrete Zahlen warten. Für den 12. August war in Drittanbieter-Kalendern ein Termin zu Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 vermerkt, eine begleitende Ergebnisveröffentlichung oder ein Handelsupdate des Unternehmens selbst lag zu diesem Termin jedoch nicht vor.
Bis belastbare Geschäftszahlen vorliegen, dürfte der Markt die operativen Fortschritte in Lingen und die britische Förderung als wichtigste Anhaltspunkte für die weitere Kursentwicklung werten.
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