ITM Power Aktie: Great British Energy investiert 40 Millionen Pfund
Great British Energy investiert 40 Millionen Pfund in ITM Power. Der Elektrolyseur-Hersteller erhält zudem 46,5 Millionen für die neue Chronos-Fertigungslinie.

Kurz zusammengefasst
- Staatliche Kapitalspritze von 40 Millionen Pfund
- Zuschuss von 46,5 Millionen für Chronos-Projekt
- Neue Produktionslinie mit 1 Gigawatt Kapazität
- Aktie reagiert mit über 9 Prozent Plus
Der britische Staat steigt bei ITM Power ein. Am Donnerstag hat der Elektrolyseur-Hersteller aus Sheffield ein Finanzierungspaket bestätigt, das den Konzern in eine neue Phase katapultieren soll. Die London-notierte Aktie reagierte prompt: Sie eröffnete über 9 Prozent im Plus.
Great British Energy wird Aktionär
Kern der Nachricht ist eine Kapitalspritze von 40 Millionen Pfund. Die staatliche Institution Great British Energy investiert damit direkt in ITM Power und wird zu einem zentralen Akteur im britischen Wasserstoffmarkt. Das Unternehmen selbst spricht davon, so ins Zentrum der heimischen Wasserstoff-Wirtschaft rücken zu wollen.
Hinzu kommt ein Zuschuss des Energieministeriums DESNZ über 46,5 Millionen Pfund. Diese Förderung war bereits im April angekündigt worden. Die formale Bewilligung am Donnerstag setzt nun den Startschuss für das Fertigungsprojekt mit dem Namen „Chronos“.
Automatisierte Fertigung im Gigawatt-Maßstab
Das frische Kapital fließt in eine neue Hochdurchsatz-Produktionslinie am bestehenden Standort Bessemer Park in Sheffield. Im Zentrum steht die „Chronos“-Elektrolyseur-Plattform. Sie soll effizienter arbeiten und günstiger zu fertigen sein als die aktuelle Modellgeneration.
Der Ausbau umfasst mehrere Bausteine:
- Automatisierte Produktion: Spezialausrüstung für Elektrodenschweißung und die Fertigung katalysatorbeschichteter Membranen
- Gigawatt-Kapazität: Die neue Linie soll eine jährliche Produktionskapazität von 1 Gigawatt ermöglichen
- Infrastruktur: Reinraumumgebungen und hauseigene modulare Testsysteme sichern die Qualität während der Hochlaufphase
CEO Dennis Schulz betont, das Vorhaben baue auf bereits bewährten Prozessen der firmeneigenen Trident-Linie auf. Das senke das Ausführungsrisiko und beschleunige zugleich die industrielle Verbreitung von grünem Wasserstoff.
Der Kurswandel zu profitablem Wachstum
Die staatliche Unterstützung trifft auf ein Unternehmen, das operativ bereits Fortschritte zeigt. Erst im laufenden Geschäftsjahr hatte ITM Power seine Umsatzprognose auf 40 bis 43 Millionen Pfund angehoben und dies mit besserer Projektausführung begründet. Von den 152 Millionen Pfund im Auftragsbuch gelten inzwischen rund 71 Prozent als profitabel – ein klarer Bruch mit den verlustreichen Altprojekten früherer Jahre.
Die Bilanz spricht ebenfalls für den Konzern. Noch vor der jüngsten Finanzierungsrunde rechnete das Management mit einem Jahresend-Kassenbestand zwischen 170 und 175 Millionen Pfund. Der Zuschuss von DESNZ und die Beteiligung von Great British Energy verstärken dieses Polster zusätzlich.
Am Markt zeigt sich die Erholung längst im Kurs. Aktuell notiert die Aktie bei 1,38 Euro, nach einem Tief von 0,65 Euro im Februar. Der Wert liegt damit über dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,07 Euro, aber noch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 1,72 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von 90,63 Prozent zu Buche, zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 2,58 Euro aus Ende Mai fehlen aber noch mehr als 46 Prozent.
Wachsende Präsenz bei Großprojekten
Neben dem Sheffield-Ausbau verweisen Marktbeobachter auf die zunehmende Rolle von ITM Power bei industriellen Großprojekten. Dazu zählt die 200-Megawatt-Anlage in Lingen für den Energiekonzern RWE. Zusammen mit den standardisierten Systemen ALPHA 50 und Neptune V sowie der kommenden Chronos-Plattform zeichnet sich ein klarerer Wachstumspfad ab, der die Fertigungskapazitäten an den Bedarf großskaliger Wasserstoffprojekte in Großbritannien und Europa anpasst.
Mit dem Produktionsstart von „Chronos“ tritt ITM Power in eine neue industrielle Phase ein. Ob das Unternehmen die geplante Kapazität von 1 Gigawatt tatsächlich erreicht, wird sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen – die technische und finanzielle Basis dafür ist mit der aktuellen Finanzierung jedenfalls gelegt.
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