ITM Power: Rheinmetall-Projekt mit 50-MW-Elektrolyseuren
Die Partnerschaft mit Rheinmetall für E-Fuel-Anlagen beschert ITM Power einen massiven Kursanstieg. Trotz Rekordumsatz bleibt das Unternehmen jedoch unprofitabel.

Kurz zusammengefasst
- 355 Prozent Kursplus durch Rheinmetall-Kooperation
- Giga-PtX-Projekt für synthetische NATO-Kraftstoffe
- Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund erzielt
- Bewertung übertrifft fundamentale Entwicklung
Ein Elektrolyseur-Hersteller aus Sheffield und ein deutscher Rüstungskonzern — das klingt zunächst nach einer ungewöhnlichen Kombination. Für ITM Power hat die Partnerschaft mit Rheinmetall AG den Kurs innerhalb eines Jahres um mehr als 355 Prozent nach oben getrieben.
Synthetische Kraftstoffe für die NATO
Der Kern der Zusammenarbeit ist das sogenannte Giga-PtX-Projekt. Rheinmetall plant dabei ein europaweites Netz dezentraler Anlagen zur Produktion synthetischer Kraftstoffe — primär für die Streitkräfte der NATO. ITM Power liefert die Elektrolyseure. Jede Anlage soll eine Kapazität von bis zu 50 Megawatt erreichen und zwischen 5.000 und 7.000 Tonnen E-Fuel pro Jahr produzieren. Mehrere hundert solcher Standorte sind geplant, zunächst mit Fokus auf den britischen Markt.
ITM-Chef Dennis Schulz beschreibt das Projekt als „wiederholbare Einsatzmöglichkeit für großformatige Elektrolyseure“. Rheinmetalls Wasserstoff-Programmleiterin Shena Britzen nennt E-Fuels eine „strategische Notwendigkeit“ — überall dort, wo Elektrifizierung keine Option ist.
Zahlen mit Licht und Schatten
Hinter der Kursrally stehen auch verbesserte Fundamentaldaten. ITM Power erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 18 Millionen Pfund. Der Bruttoverlust sank von 10,2 auf 6,5 Millionen Pfund. Die Kasse ist mit knapp 198 Millionen Pfund gut gefüllt, der Auftragsbestand liegt bei 152 Millionen Pfund — davon 71 Prozent mit profitablen Verträgen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei ITM Power?
Für das Gesamtjahr peilt das Management 35 bis 40 Millionen Pfund Umsatz an. Das entspräche einem Wachstum von rund 400 Prozent in zwei Jahren. Profitabel ist das Unternehmen allerdings noch nicht: Der EBITDA-Verlust soll zwischen 27 und 29 Millionen Pfund liegen.
Bewertung läuft der Realität voraus
An der Londoner Börse notiert die Aktie bei rund 138 bis 140 Pence — weit über dem 200-Tage-Durchschnitt von 65,57 Pence. Der Markt hat eine deutliche Neubewertung vorgenommen. Ob sie hält, ist eine andere Frage.
Chinesische Anbieter drücken die globalen Preise für Elektrolyseure. Die britische Wasserstoffstrategie ist noch nicht vollständig ausgearbeitet. Und das Giga-PtX-Projekt steckt in einer frühen Phase — zwischen Ankündigung und tatsächlicher Lieferung liegt noch ein weiter Weg. Die Quartalszahlen für das zweite Halbjahr werden zeigen, ob ITM Power den Umsatzpfad hält und den Verlust weiter reduziert.
ITM Power-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ITM Power-Analyse vom 24. April liefert die Antwort:
Die neusten ITM Power-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ITM Power-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ITM Power: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...