JinkoSolar Aktie: Rekord vom Shanghaier Institut
JinkoSolar meldet neuen Effizienzrekord für Tandem-Solarzellen, während der Aktienkurs nahe dem Jahrestief notiert und die Branche unter Überkapazitäten leidet.

Kurz zusammengefasst
- Weltrekord bei Solarzellen-Effizienz
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
- Branche leidet unter Überkapazitäten
- Speichergeschäft als Wachstumsmotor
JinkoSolar hat einen neuen Weltrekord aufgestellt: Die Perowskit-Silizium-Tandem-Solarzelle des Konzerns erreicht einen Wirkungsgrad von 34,82 Prozent. Unabhängig bestätigt wurde der Wert vom Shanghaier Institut für Mikrosysteme und Informationstechnologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften. Der neue Rekord übertrifft den bisherigen Bestwert von 34,76 Prozent – ebenfalls von JinkoSolar.
Doch die Börse zeigt sich wenig beeindruckt. Die Aktie notiert bei 15,48 Euro, nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 15,02 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund 35 Prozent verloren. Der 14-Tage-RSI liegt bei 36,3 – das Papier steckt im Abwärtstrend.
Technologische Meilensteine
Das Unternehmen führt den Effizienz-Sprung auf mehrere Innovationen zurück. Dazu gehören eine Doppelschicht-Passivierungskontaktstruktur für N-Typ-TOPCon-Zellen, mehrdimensionale Grenzflächen-Passivierungstechnologie sowie verbesserte Verfahren zur optischen Kopplung.
JinkoSolar sieht diesen Rekord als wichtigen Schritt zur Industrialisierung der nächsten Solargeneration. Die Technologie soll künftig nicht nur im Labor, sondern in der Massenproduktion überzeugen.
Parallel dazu war der Konzern auf der Intersolar Europe 2026 in München präsent. Im Fokus stand die Europastrategie: die Tiger-Neo-3.0-Modulserie und integrierte Speicherlösungen. Die Tochter Jinko ESS zeigte unter anderem die neuen Produktfamilien Tera G3 und SunGiga für Großspeicher und Gewerbekunden.
Marktlage und Ausblick
Die gesamte Solarbranche leidet unter Überkapazitäten und einem intensiven Preiskampf – vor allem in China. JinkoSolar peilt für 2026 dennoch die Gewinnschwelle an. Unterstützung kommt von staatlichen Maßnahmen gegen die chronische Überproduktion.
Energiespeicher sieht das Management als zweiten Wachstumsmotor. Der Absatz in diesem Segment soll sich 2026 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Derzeit bleibt das Solargeschäft der wichtigste Umsatzbringer. Die Speichersparte wächst jedoch rasant.
Ob die Rekord-Effizienz den Aktienkurs nachhaltig stützen kann, ist offen. Die 52-Wochen-Hochs aus dem November 2025 liegen bei 27,45 Euro. Aktuell notiert die Aktie 43 Prozent darunter. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der technologische Vorsprung auch wirtschaftlich Früchte trägt.
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