Johnson & Johnson Aktie: Dreifacher Datenerfolg
J&J überzeugt mit starken Krebsstudien und einem Sieg im Patentstreit um Impella-Herzpumpen. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Lungenkrebs-Kombi zeigt Langzeitüberleben
- Myelom-Therapie senkt Sterberisiko um 40%
- Patentstreit um Impella-Pumpen gewonnen
- Zulassungsanträge für TECVAYLI eingereicht
Ein Gerichtsurteil, zwei positive Studienergebnisse — J&J hat in dieser Woche auf mehreren Fronten gepunktet. Das dürfte Anleger aufhorchen lassen, auch wenn der Kurs zuletzt leicht nachgab.
Lungenkrebsstudie mit starken Langzeitdaten
Im Mittelpunkt steht zunächst eine Aktualisierung der CHRYSALIS-2-Studie, die die Kombination aus RYBREVANT und LAZCLUZE bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs mit sogenannten atypischen EGFR-Mutationen untersuchte. Der sekundäre Endpunkt, das mediane Gesamtüberleben, erreichte knapp 3,5 Jahre — ein beachtlicher Wert für eine Patientengruppe, die bislang nur begrenzte Therapieoptionen hatte. Besonders relevant: Konsistente Ansprechraten zeigten sich auch in Subgruppen, die historisch schlechtere Verläufe aufwiesen.
Die Kombination gilt bereits als Erstlinientherapie bei häufigeren EGFR-Mutationen. Die neuen Daten erweitern das Evidenzbild nun auf seltenere Varianten — ein Schritt, der langfristig die Marktchancen der beiden Präparate verbreitern könnte.
Myelom-Therapie mit beeindruckender Hazard Ratio
Parallel dazu meldete J&J positive Ergebnisse aus der Phase-3-Studie MajesTEC-9 zu TECVAYLI bei rückfälligem multiplem Myelom in der Zweitlinientherapie. Das Rückfallrisiko oder der Tod wurde um 71 Prozent gegenüber Standardtherapien gesenkt, die Sterblichkeit um 40 Prozent. Fast zwei Drittel der Patienten erzielten eine vollständige oder bessere Remission — verglichen mit knapp 17 Prozent in der Kontrollgruppe.
Anträge bei FDA und Europäischer Arzneimittelagentur zur Erweiterung der Zulassung auf die Zweitlinie wurden bereits eingereicht. Eine frühere Zulassung in Kombination mit DARZALEX FASPRO existiert bereits.
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Abiomed gewinnt Patentstreit
Abseits der Studienlandschaft erzielte J&J auch vor Gericht einen Erfolg. Eine Jury in Massachusetts entschied, dass die Impella-Herzpumpen der Tochter Abiomed kein Patent von Maquet Cardiovascular verletzten — und erklärte das Patent zusätzlich für ungültig. Maquet, eine Tochter des schwedischen Getinge-Konzerns, hatte den Streit bereits 2017 angestrengt.
Für J&J ist das Urteil strategisch bedeutsam: Abiomed erwirtschaftete 2025 weltweit 1,75 Milliarden Dollar Umsatz. Der Freiraum, die Impella-Plattform ohne patentrechtliches Damoklesschwert weiterzuentwickeln, stärkt eine der wachstumsstärksten Sparten im Medizintechnikbereich. J&J hatte Abiomed 2022 für 16,6 Milliarden Dollar übernommen.
Der nächste konkrete Katalysator dürfte die Antwort der FDA auf den TECVAYLI-Erweiterungsantrag sein — ein positiver Bescheid würde den Addressable Market für das Mittel erheblich ausweiten.
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