Kion Group Aktie: Premium-Stapler verlieren Boden
Niedrigere Auftragseingänge und ein Gewinnrückgang prägen Kions drittes Quartal; die operative Zweistelligkeit ist erst nach 2027 vorgesehen.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang im dritten Quartal rückläufig
- Premium-Marken Linde und Still schwächer nachgefragt
- Quartalsgewinn sinkt um rund 15 Prozent
- Zweistellige Marge erst nach 2027 angepeilt
Der Markt für Flurförderzeuge wächst, Kion wächst nicht mit. Bei der Vorlage des Quartalsberichts räumte der Gabelstapler-Hersteller am Donnerstag ein, dass das Stapler-Segment der Marktentwicklung hinterherläuft – vor allem im hochpreisigen Bereich.
Teure Maschinen bremsen
Im dritten Quartal sank der Auftragseingang um knapp ein Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Die vorläufigen Zahlen von vor rund zwei Wochen sind damit bestätigt. Besonders die Premium-Marken Linde und Still kommen derzeit offenbar schlecht an, und auch die günstigeren Baoli-Stapler stoßen auf gebremste Nachfrage.
Kion verkaufte in den ersten neun Monaten zwar mehr Maschinen, der Wert der Aufträge sinkt jedoch. Ein Grund liegt im Mix: In der Region Asien-Pazifik legten die Bestellungen um ein Fünftel zu, dort kaufen Kunden aber tendenziell günstigere Modelle. Unter dem Strich verdiente der Konzern knapp 102 Millionen Euro, rund 15 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.
Prognose gesenkt, Margenziel verschoben
Bereits Mitte Oktober hatte das Management um Rob Smith die Jahresprognose gekappt. Für 2026 erwartet Kion nun einen Umsatz von 11,45 bis 11,75 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit soll zwischen 815 und 875 Millionen Euro landen.
Die zweistellige operative Marge, ursprünglich für nächstes Jahr vorgesehen, rückt auf einen Zeitpunkt nach 2027. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani verweist darauf, dass der Markt selbst für 2030 nur eine Konzernmarge von 9,8 Prozent auf dem Zettel hat. Er erinnert an holprige Jahre: Im Stapler-Geschäft war die zweistellige Marge zwischenzeitlich erreicht, aber nicht zu halten.
Die Automationssparte litt lange unter Altverträgen ohne Preisklauseln für Inflationsanpassungen. Der Großteil dieser verlustbringenden Verträge ist abgearbeitet, aber noch nicht alle.
Aktie zur Hälfte halbiert
An der Börse blieb die Reaktion verhalten. Die MDax-Aktie bewegte sich zuletzt um 33,80 Euro. Seit Jahresbeginn hat sie rund die Hälfte ihres Werts verloren. Vom Rekordhoch von etwas mehr als 100 Euro aus dem Boom-Jahr 2021, als die Corona-Pandemie die Nachfrage nach Lagerautomatisierung anheizte, beträgt das Minus etwa zwei Drittel.
Am Nachmittag steht die Telefonkonferenz mit Analysten an. JPMorgan-Analyst Akash Gupta hofft dort auf Hinweise, wann sich das Geschäft mit den großen Staplern erholen könnte.
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