Kioxia Aktie: BiCS10 mit 332 Schichten bestätigt
Kioxia-Aktie erholt sich um 2,7 Prozent nach Branchenausverkauf. Bain Capital verkauft alle Anteile, während BiCS10-Chip vorgestellt wird.
Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 2,7 Prozent am Dienstag
- Bain Capital verkauft komplette Beteiligung
- Neuer NAND-Chip mit 332 Schichten
- Quartalszahlen Ende Juli erwartet
Ein Kurssturz von historischem Ausmaß hat den asiatischen Chipsektor am Montag erschüttert. Kioxia zählte zu den Leidtragenden. Am Dienstag kommt nun die Gegenbewegung.
Die Kioxia-Aktie legt um 2,72 Prozent zu und steigt auf 375,95 Euro. Das ist eine spürbare Erholung vom Montags-Schlusskurs von 366,00 Euro. Auf Monatssicht bleibt die Bilanz aber verheerend: Der Titel liegt noch immer mehr als 27 Prozent im Minus.
Sektorweiter Ausverkauf ebbt ab
Auslöser des Crashs war ein Kollaps an den südkoreanischen und japanischen Börsen. Der Kospi-Index rutschte zeitweise um bis zu 8 Prozent ab und fiel damit rund 25 Prozent unter sein Juni-Hoch. Er rutschte in den Bärenmarkt. SK Hynix und Samsung Electronics verloren beide zweistellig.
Der Dienstagshandel startete weiterhin nervös. Der Kospi eröffnete 2,47 Prozent im Minus, nachdem Schutzmechanismen an den japanischen und südkoreanischen Börsen den Handel am Vortag zeitweise ausgesetzt hatten. Kioxias Erholung findet also vor einem Hintergrund anhaltender Vorsicht bei Chipwerten der Region statt. Das Schlimmste des Ausverkaufs scheint aber überstanden.
Neuer Chip trotz Turbulenzen
Mitten in diesem Sturm meldete Kioxia einen technologischen Fortschritt. Gemeinsam mit dem langjährigen Fertigungspartner SanDisk bestätigte das Unternehmen am 12. Juli den Start der Musterlieferungen für BiCS10. Der neue NAND-Flash-Chip der zehnten Generation stapelt 332 Schichten – deutlich mehr als die 218 Schichten des Vorgängers.
Die Bitdichte steigt gegenüber BiCS8 um 59 Prozent, der Stromverbrauch beim Lesevorgang sinkt um 30 Prozent. Kioxia baut bereits die Fab2 in Kitakami in der Präfektur Iwate als Hauptproduktionsstätte für den neuen Chip. Der Vorstand prüft zusätzlich eine dritte Fabrik auf demselben Gelände, die den Ausstoß bis 2029 verdoppeln könnte.
Der technologische Fortschritt konnte die Aktie am Montag jedoch nicht vor dem breiten Sektor-Einbruch schützen.
Bain Capital steigt komplett aus
Ein weiterer Faktor prägt den jüngsten Handel: der vollständige Rückzug des größten institutionellen Investors. Bain Capital hat seine gesamte Beteiligung an dem japanischen Flash-Speicher-Hersteller verkauft. Managing Partner David Gross bestätigte gegenüber Bloomberg TV: „Wir halten keine Beteiligung mehr.“
Marktstrategen werten diesen kompletten Ausstieg als positives Signal. Die Begründung: Ein wichtiger Unsicherheitsfaktor, der die Aktie belastet hatte, fällt damit weg. Toshiba bleibt mit einem Anteil von rund 22 Prozent (Stand November 2025) weiterhin größter Aktionär.
Bewertung im Branchenvergleich
Die Kursschwankungen der letzten Monate müssen vor dem Hintergrund eines außergewöhnlichen Jahres gesehen werden. Kioxia handelt aktuell zum rund 10-Fachen der erwarteten Gewinne. SK Hynix kommt dagegen nur auf das 5,8-Fache.
Diese Bewertungslücke spiegelt strukturelle Unterschiede wider. SK Hynix dominiert den High-Bandwidth-Memory-Markt, der für KI-Beschleuniger entscheidend ist – ein Segment, in dem Kioxia als reiner NAND-Anbieter nicht mitspielt.
Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich nun auf den nächsten Termin: Ende Juli veröffentlicht Kioxia die Zahlen für das Quartal April bis Juni. Das Management hatte zuvor einen mehr als 40-fachen Anstieg des Nettogewinns im Jahresvergleich in Aussicht gestellt, gestützt durch die anhaltende Angebotsknappheit bei NAND-Chips, die dem Unternehmen bereits höhere Verkaufspreise ermöglicht hat.
Mit einem Abstand von 39 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 621,00 Euro vom 22. Juni bleibt die Aktie einer der volatilsten Large-Cap-Titel im globalen Speicherchip-Sektor. Zugleich liegt der Kurs noch immer mehr als 324 Prozent über dem Jahrestief von 88,50 Euro aus dem Januar. Der 50-Tage-Durchschnitt von 401,01 Euro liegt weiterhin über dem aktuellen Kurs – ein Zeichen, dass die seit Juni laufende Abwärtsbewegung durch die Dienstags-Erholung noch nicht gebrochen ist.
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