Klöckner: 171 Millionen EBITDA 2025
Klöckner profitiert von US-Lagerbeständen und steigenden Stahlpreisen. Der Konzern erwartet für Q2 und Q3 2026 höhere Gewinne.

Kurz zusammengefasst
- US-Zölle treiben Klöckners Gewinne
- Breite Q1-Prognose von 20-60 Mio. Euro
- Fokus auf margenstarkes Service-Center-Geschäft
- Squeeze-out durch Worthington Steel geplant
Während europäische Stahlkonzerne unter den US-Importzöllen stöhnen, sitzt Klöckner & Co auf der richtigen Seite des Handelsstreits. Das Unternehmen kauft und verkauft in den USA lokal — die 25-Prozent-Zölle auf Stahl und Aluminium treffen es kaum.
Der Mechanismus ist einfach: Klöckner hält US-Lagerbestände, die zu niedrigeren Preisen eingekauft wurden. Jetzt lassen sich diese zu höheren Marktpreisen verkaufen. Das Management rechnet deshalb für das zweite und dritte Quartal 2026 mit steigenden Gewinnen.
Breite Prognose für Q1
Die Ausgangslage ist solide. Das EBITDA vor Sondereffekten kletterte 2025 auf 171 Mio. Euro, nach 136 Mio. Euro im Vorjahr. Der operative Cashflow blieb im vierten Jahr in Folge positiv.
Für das laufende erste Quartal fällt die Prognose allerdings ungewöhnlich breit aus: 20 bis 60 Millionen Euro EBITDA vor Sondereffekten. Eine Spanne von 40 Millionen Euro zeigt, wie wenig Sichtbarkeit das Management aktuell hat.
Umbau hin zu mehr Marge
Parallel treibt Klöckner die operative Neuausrichtung voran. Ende 2025 veräußerte das Unternehmen acht US-Distributionsstandorte an Russel Metals. Das Ziel: mehr Gewicht auf margenstarkes Service-Center-Geschäft.
Ohne die veräußerten Standorte lag der Anteil dieses höherwertigen Geschäfts in den ersten neun Monaten 2025 bei 87 Prozent. Das Segment zeichnet sich durch stabilere Nachfrage und höhere Profitabilität aus. Maschinenbau und Rüstung fragen mehr Stahl nach — die Baubranche hält sich zurück.
Squeeze-out und Bewertungsfrage
Im Hintergrund läuft die Integration durch Worthington Steel. Der Vollzug des Übernahmeangebots steht noch unter regulatorischen Vorbehalten und wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.
Für verbliebene Minderheitsaktionäre ist ein Detail relevant: Das Gesetz verlangt eine neue Unternehmensbewertung, auf deren Basis künftige Ausgleichszahlungen festgelegt werden. Erreicht Worthingtons Beteiligungsquote die Marke von 90 Prozent, plant der US-Konzern einen Squeeze-out der verbliebenen Anteilseigner — und prüft dann einen Rückzug von der Frankfurter Börse.
Am 6. Mai veröffentlicht Klöckner die Quartalsmitteilung für Q1 2026 — der erste operative Bericht unter neuer Mehrheitseigentümerschaft. Am 20. Mai folgt die Hauptversammlung in Düsseldorf, auf der Vorstand und Aufsichtsrat eine Dividende von 0,20 Euro je Aktie vorschlagen. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand trotz der Verkäufe einen konstanten Absatz sowie ein deutlich steigendes EBITDA.
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