Klöckner & Co Aktie: Countdown für den Stahl-Deal
Worthington Steel reduziert die Mindestannahmeschwelle für die Übernahme von Klöckner & Co auf 57,5 Prozent. Die Entscheidung fällt am 26. März 2026, während der Aktienkurs über dem Angebotspreis notiert.

Kurz zusammengefasst
- Übernahmehürde von 65 auf 57,5 Prozent gesenkt
- Entscheidungstermin am 26. März 2026
- Aktienkurs notiert über Angebotspreis
- Strategische US-Expansion läuft parallel
In wenigen Tagen entscheidet sich die Zukunft eines der bekanntesten europäischen Stahlhändler. Worthington Steel hat die Hürden für die Übernahme von Klöckner & Co kurz vor Fristende deutlich gesenkt. Während Vorstand und Aufsichtsrat den Zusammenschluss befürworten, sorgen kurzfristige Verschiebungen bei großen Vermögensverwaltern für eine unübersichtliche Ausgangslage im Aktionärsregister.
Abgesenkte Hürde und rotierende Anteile
Um die Transaktion abzusichern, reduzierte der US-Konzern die Mindestannahmeschwelle von 65 auf 57,5 Prozent der ausgegebenen Aktien. Bis zum 26. März 2026 haben die verbleibenden Anteilseigner nun Zeit, das Angebot von 11,00 Euro je Aktie anzunehmen. Auffällig ist dabei die Marktreaktion: Mit einem aktuellen Kurs von 11,88 Euro notiert das Papier spürbar über der offiziellen Offerte.
Ob die gesenkte Schwelle erreicht wird, hängt maßgeblich von wenigen institutionellen Investoren ab. Bemerkenswert agierte zuletzt die DWS Investment GmbH. Hielt der Vermögensverwalter Ende Februar durch den Erhalt von Aktiensicherheiten noch knapp sieben Prozent der Stimmrechte, löste sich diese Position rasch wieder auf. Nach der Rückgabe der Sicherheiten sank der direkte Anteil bis Mitte März auf marginale 0,01 Prozent.
Solide Basis für die US-Expansion
Worthington zielt auf ein operativ gestärktes Unternehmen ab. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 steigerte Klöckner das bereinigte EBITDA trotz eines schwierigen Marktumfelds auf 171 Millionen Euro. Diese finanzielle Stabilität nutzt der Konzern, um parallel zum Übernahmeprozess seine strategische Ausrichtung auf Nordamerika mit drei konkreten Großprojekten voranzutreiben:
- Columbus, Mississippi: Bau eines neuen Aluminiumflachwalzwerks, dessen Maschinenanlauf für das zweite Quartal 2027 terminiert ist.
- Paton, Iowa: Eröffnung eines Schwerfabrikationsbetriebs zur Ausweitung der lokalen Schweiß- und Montagedienstleistungen.
- Querétaro, Mexiko: Installation einer Schuler-Laserblanklinie, die im zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen soll, um die steigende Nachfrage der Automobilindustrie zu bedienen.
Erreicht Worthington Steel am 26. März die geforderte Mehrheit, endet die Ära von Klöckner & Co als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen. Für die operative Struktur sind die Leitplanken bereits gesetzt: Der europäische Hauptsitz in Düsseldorf bleibt erhalten, der Vorstand agiert weiterhin eigenständig und Standortschließungen sind ausgeschlossen. Nach dem Delisting wird sich der Fokus vollständig auf die Integration und das gemeinsame Wachstum im nordamerikanischen Markt verlagern.
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