KNDS Aktie: 18 bis 20 Milliarden Bewertung

Der geplante Börsengang von KNDS droht an einem Machtkampf zwischen Berlin und Paris zu scheitern. Die Bewertung des Rüstungskonzerns sinkt bereits deutlich.

Eduard Altmann ·
KNDS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bewertung auf 18 bis 20 Milliarden Euro gesenkt
  • Berlin fordert weitreichende Veto-Rechte
  • Nur 20 Prozent Streubesitz geplant
  • Rekordauftragsbestand von 33,1 Milliarden Euro

Der Weg an die Börse ist für KNDS eigentlich frei. Eine interne Untersuchung räumte die letzten rechtlichen Hürden für den Rüstungskonzern aus dem Weg. Jetzt droht ein politischer Machtkampf den Börsengang massiv auszubremsen. Berlin und Paris streiten um den künftigen Einfluss. Die Folge: Milliardenverluste bei der Bewertung.

Berlin fordert Veto-Rechte

Ursprünglich taxierten Experten den deutsch-französischen Panzerbauer auf bis zu 25 Milliarden Euro. Die vier begleitenden Großbanken haben diese Spanne nun deutlich nach unten korrigiert. Sie erwarten nur noch 18 bis 20 Milliarden Euro.

Das Bundesverteidigungsministerium verlangt weitreichende Veto-Rechte und will personelle Wechsel im Vorstand künftig blockieren können. Die Bundesregierung plant außerdem den Kauf eines Aktienpakets von rund 40 Prozent, was exakt dem Anteil Frankreichs entspricht. Kostenpunkt: sechs bis acht Milliarden Euro.

Das Management wehrt sich vehement. Zu viel politischer Einfluss gefährde die operative Flexibilität, warnt die Führungsebene. Der Streit drückt massiv auf die Stimmung der Investoren. Der geplante Börsengang im Sommer gilt in Berliner Regierungskreisen mittlerweile als extrem ehrgeizig.

Rekordzahlen treffen auf engen Handel

Die Eigentümerstruktur macht den Handel für institutionelle Anleger schwierig. Wenn beide Staaten jeweils 40 Prozent halten, bleiben anfangs nur 20 Prozent der Aktien im Streubesitz. KNDS will beim Börsendebüt rund fünf Milliarden Euro einsammeln.

Berlin verspricht zwar Besserung. Die Bundesregierung will ihren Anteil innerhalb von drei Jahren auf 30 Prozent senken. Bis dahin müssen Investoren aber mit geringer Liquidität leben.

Operativ glänzt der Konzern. Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um fast 16 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, während der operative Gewinn auf 661 Millionen Euro stieg.

Die Profitabilität verbesserte sich spürbar. Die operative Marge erreichte 15 Prozent. Der Auftragsbestand wuchs massiv und liegt nun bei gewaltigen 33,1 Milliarden Euro. Das sichert die Produktion für die nächsten sieben Jahre.

US-Großauftrag als Kurstreiber

Im Vorfeld des Börsengangs räumte KNDS seine Bilanz auf. Der Konzern verkaufte Ende Mai ein Aktienpaket der Renk Group und nahm damit rund 262 Millionen Euro ein. KNDS behält vorerst etwa zehn Prozent an dem Getriebehersteller.

Ein lukrativer Auftrag baut sich derweil in den USA auf. KNDS bewirbt sich gemeinsam mit Leonardo DRS um ein neues Artillerieprogramm der US-Armee für 500 Systeme.

Eine Entscheidung über den Prototypen fällt im Juli 2026. Ein Sieg in den USA wäre ein massiver Durchbruch außerhalb Europas. Er könnte die Skepsis der Investoren rund um den Börsengang schlagartig beenden. Die geplante Doppelnotierung in Frankfurt und Paris bleibt damit ein hochspannendes Projekt.

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