KNDS Aktie: 1,89-Milliarden-Katar-Deal bremst IPO
Der geplante Börsengang von KNDS steht wegen einer ausstehenden Prüfung alter Katar-Deals durch PwC auf der Kippe.

Kurz zusammengefasst
- PwC testiert Jahresabschluss nicht
- Alte Katar-Geschäfte werden untersucht
- Sommer-IPO oder Verschiebung in den Herbst
- Auftragsbestand von 23,5 Milliarden Euro
KNDS will im Sommer an die Börse. Der Zeitplan hängt aber an einem Punkt: PwC unterschreibt den Jahresabschluss bisher nicht. Der Grund ist eine interne Prüfung zu einem alten Katar-Geschäft. Ohne Testat gibt es keinen Prospekt, ohne Prospekt keinen IPO.
Altes Katar-Geschäft bremst den Prospekt
Im Zentrum steht ein Rüstungsgeschäft mit den katarischen Streitkräften aus dem Jahr 2013. Die damalige Krauss-Maffei Wegmann lieferte Haubitzen, Leopard-Panzer und weitere Ausrüstung. Dienstleistungen und Ausbildung gehörten ebenfalls zum Paket.
Das Geschäft soll ein Volumen von 1,89 Milliarden Euro gehabt haben. Im Raum stehen Vorwürfe über millionenschwere Provisionszahlungen. KNDS hat Ende April eine unabhängige Untersuchung beauftragt, Freshfields begleitet die Prüfung.
Für den Börsengang ist das heikel. PwC will den Abschluss erst testieren, wenn die Prüfung abgeschlossen ist. Nach bisherigem Stand gibt es keinen Hinweis, der kriminelles Fehlverhalten früherer oder heutiger KNDS-Mitarbeiter nahelegt.
Sommerfenster unter Druck
Das Management rechnet damit, den Jahresabschluss samt Prüfung im Laufe des Mai fertigzustellen. CEO Jean-Paul Alary hält am Zeitplan fest und spricht von konstruktiven Gesprächen mit allen Beteiligten.
Gelingt das bis Monatsende, könnte das Doppellisting in Frankfurt und Paris im Juni oder Juli starten. Rutscht der Termin, landet das Projekt eher im Herbst. Die Folge: Banken müssen bereits mit zwei Szenarien planen.
Zum Konsortium zählen Bank of America, Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale. Für sie ist der Zeitplan nicht nur Technik, sondern Grundlage für Preisspanne, Prospekt und Vermarktung.
Parallel drückt die Bewertung. Berater taxieren den möglichen Marktwert inzwischen auf 18 bis 20 Milliarden Euro. Zuvor stand zeitweise eine Spanne von bis zu 25 Milliarden Euro im Raum.
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Rheinmetall liefert den härteren Vergleich. Die Aktie des Branchenführers hat seit Ende Januar rund 38 Prozent verloren. Das setzt einen neuen Maßstab für Defence-Bewertungen in Europa.
Operativ bleibt die Story stark
Der juristische Überhang trifft ein Unternehmen mit prall gefüllten Auftragsbüchern. KNDS erzielte 2024 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 23,5 Milliarden Euro.
Der Umsatz stieg um 17 Prozent, die neuen Aufträge erreichten 11,2 Milliarden Euro. Das erklärt, warum der Börsengang trotz der Prüfung so aufmerksam verfolgt wird. Europas Verteidigungsbudgets steigen, KNDS sitzt mitten in diesem Trend.
Seit Mai liefert KNDS erste modernisierte Haubitzen an die Bundeswehr. Die Systeme erhalten einen neuen Feuerleitrechner und eine modernisierte Elektronik. Der Auftrag umfasst 22 Haubitzen und 123 Kampfpanzer.
In Norwegen baut KNDS mit RITEK die Leopard-Produktion aus. Das Werk in Levanger schafft bis zu 36 Panzer pro Jahr. Der norwegische Vertrag umfasst 54 Fahrzeuge im Wert von etwa 2 Milliarden Euro.
Bis Ende Mai laufen zwei Linien zusammen: das PwC-Testat und Berlins Entscheidung über einen möglichen Staatsanteil. Regierungsunterlagen nennen den Zeitplan „äußerst ambitioniert“. Das Verteidigungsministerium wirbt für rund 40 Prozent, Wirtschaftsministerium und Kanzleramt eher für 30 Prozent.
Schon der kleinere Anteil würde den Bund nach niederländischem Recht zur Sperrminorität bringen. Wenn Abschlussprüfung und Staatsanteil rechtzeitig geklärt werden, bleibt das Sommerfenster offen. Verzögert sich einer der Punkte, dürfte KNDS den Börsengang in den Herbst verschieben müssen.
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