KNDS Aktie: 69 zusätzliche Schakal-Panzer

KNDS erhält Zuschlag für 69 weitere Boxer-Schützenpanzer. Der Auftragswert stärkt die Mittleren Kräfte und treibt das Umsatzwachstum 2026 an.

Eduard Altmann ·
KNDS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • 69 zusätzliche Boxer-Panzer geordert
  • Deutschland und Niederlande beteiligt
  • Umsatzplus von 30 Prozent erwartet
  • Börsengang vorerst auf Eis gelegt

KNDS liefert deutlich mehr Panzer für Europa. Die Beschaffungsbehörde OCCAR hat eine Option über 69 zusätzliche Radschützenpanzer vom Typ Boxer RCT30 gezogen. In der Bundeswehr trägt das mobile Waffensystem den Namen „Schakal“.

Stärkung der Mittleren Kräfte

Die Bestellung verteilt sich auf zwei Nationen. Deutschland erhält 35 Fahrzeuge, die Armee der Niederlande bekommt 34 Einheiten. Damit wächst der Gesamtauftrag beider Länder auf 291 Systeme. Für Den Haag steigt die geplante Flotte damit auf 106 Schakal-Panzer.

Der Schakal bildet das Rückgrat der neuen „Mittleren Kräfte“ des Heeres. Die Plattform kombiniert das Boxer-Fahrgestell mit dem 30-mm-Turm des Puma-Panzers. Er kann Drohnen, Flugzeuge und bewegliche Bodenziele effektiv bekämpfen. Die Folge: eine höhere Mobilität für mechanisierte Einheiten.

Umsatzsprung trotz Margendruck

KNDS peilt für 2026 ein Umsatzplus von etwa 30 Prozent an. Der Auftragsbestand lag Anfang des Jahres bei rekordverdächtigen 33,1 Milliarden Euro. Die operative Marge dürfte sich parallel dazu leicht abschwächen.

Die aktuelle Bestellung nutzt eine Option aus einem Rahmenvertrag von 2025. Dieser sah ursprünglich die Lieferung von 222 Systemen vor. KNDS Deutschland-Chef Florian Hohenwarter sieht in den gemeinsamen Programmen einen Hebel für schnellere Lieferungen.

Im Vorjahr erzielte KNDS eine EBIT-Marge von 15 Prozent bei 4,4 Milliarden Euro Umsatz. Für 2026 erwartet das Management eine Marge von rund 12 Prozent. Hinzu kommt ein Investitionsprogramm über 750 Millionen Euro für neue Kapazitäten. Damit reagiert die Gruppe auf den hohen Bedarf der Alliierten.

Börsengang bleibt in der Warteschleife

Trotz voller Auftragsbücher pausiert der geplante Börsengang in Frankfurt und Paris. Die Volatilität im Rüstungssektor zwang die Eigentümer im Juli zur Unterbrechung des Prozesses. Damit bleibt die bisherige Eigentümerstruktur vorerst unverändert bestehen.

Das Unternehmen gehört weiterhin zu gleichen Teilen GIAT Industries und der Wegmann-Holding. Der Einstieg der KfW mit einem Anteil von 40 Prozent erfolgt erst nach einem erfolgreichen Börsengang. Sobald sich das Marktumfeld stabilisiert, wollen die Anteilseigner das Listing wieder aufnehmen.

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